14:07 01 Dezember 2020
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    Die Bundesanwaltschaft hat einen Haftbefehl gegen eine Anfang April festgenommene deutsche IS*-Anhängerin erwirkt, die ihre drei minderjährigen Kinder mit nach Syrien genommen haben soll. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die am Freitag auf der Webseite des Generalbundesstaatsanwalts beim Bundesgerichtshof veröffentlicht wurde.

    Demnach war die 32-jährige Carla-Josephine S. im Herbst 2015 mit ihren drei minderjährigen Kindern gegen den Willen ihres Ehemannes nach Syrien gereist, um dort im Herrschaftsgebiet der Terrormiliz „Islamischer Staat (IS)“* zu leben. Ihre Kinder habe sie im Sinne der Ideologie des IS religiös unterrichten lassen. In Syrien habe die Beschuldigte sich mit ihren Kindern eine öffentliche Hinrichtung angeschaut.

    In dem Bürgerkriegsland habe Carla-Josephine S. mit den Kindern in Unterkünften gelebt, die von Gegnern des IS bombardiert und beschossen worden seien. Ihr Sohn sei im Jahr 2018 bei einem solchen Angriff umgekommen. Vorher habe die Beschuldigte ihn in einem Ausbildungslager des IS militärisch schulen lassen.

    Die Frau habe versucht, ihren Ehemann ebenfalls zu einer Reise nach Syrien zu bewegen, damit sich dieser dort für den IS als Kämpfer ausbilden lasse und für die Terrormiliz kämpfe. Dieser habe eine solche Perspektive abgelehnt. Daher habe die Beschuldigte im Frühjahr 2016 ein IS-Mitglied aus Somalia geheiratet. Der neue Ehemann habe ihr die Handhabung eines vollautomatischen Sturmgewehrs beigebracht.

    „Zudem besaß die Beschuldigte eine Handgranate, um mit dieser bei einem gegnerischen Angriff möglichst viele Angreifer, sich und ihre Kinder zu töten“, heißt es in der Mitteilung.

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    Darüber hinaus habe sie an Bargeldtransfers für IS-Mitglieder mitgewirkt und andere Frauen zum Schießtraining gefahren.

    In Syrien habe die Beschuldigte ein weiteres Kind bekommen. Mit ihren drei Kindern sei sie am 5. April nach Deutschland zurückgekehrt und am Stuttgarter Flughafen festgenommen worden.

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    Der Haftbefehl, der bereits am 28. Mai 2019 beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs erwirkt worden sei, habe keine unmittelbaren Auswirkungen, denn die Frau befinde sich bereits auf Veranlassung der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf in Untersuchungshaft.

    *Terrororganisation, in Russland verboten

    asch/dpa

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