23:15 17 November 2019
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    Der russische Journalist Iwan Golunow im Gericht

    Russland: Alle Anklagen gegen Investigativ-Journalist Golunow fallen gelassen

    © Sputnik / Ewgenij Odinokow
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    Die strafrechtliche Verfolgung des Investigativ-Journalisten Iwan Golunow ist in Russland eingestellt worden. Ihm konnte keine Beteiligung an kriminellen Handlungen nachgewiesen werden.

    Wie der russische Innenminister Wladimir Kolokolzew gegenüber Journalisten erklärte, ist die Beweislage für die weitere strafrechtliche Ermittlung gegen den Journalisten nicht ausreichend.

    Der Hausarrest gegen den Journalisten werde in Kürze aufgehoben.

    Am Freitag war der Investigativ-Journalist des Nachrichtenportals Meduza im Zentrum von Moskau festgenommen worden. Zunächst hieß es, dass möglicherweise Drogen bei ihm gefunden worden seien.

    >>>Mehr zum Thema: Moskau: Experten finden keine Drogenspuren an Händen des Investigativ-Journalisten Golunow<<<

    Der Korrespondent und sein Anwalt wiesen diese Vorwürfe zurück und erklärten die Festnahme mit der journalistischen Arbeit Golunows. Der Journalist beschäftigt sich mit Korruptionsfällen in Russland. Der Anwalt des Journalisten, Dmitri Dschulai, äußerte gegenüber Sputnik die Vermutung, dass seinem Mandanten die Drogen bei der Festnahme möglicherweise untergeschoben worden seien.

    Der Fall sorgte in Russland für viel Aufsehen. Der Menschenrechtsrat beim russischen Präsidenten hatte ein Gesuch an die Staatsanwaltschaft und die Polizei gerichtet, die Rechtsmäßigkeit der Festnahme und das Vorgehen der Polizeibeamten zu prüfen.

    Auch Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin hatte den Polizeichef der russischen Hauptstadt Oleg Baranow gebeten, den Fall Golunows unter seine persönliche Kontrolle zu nehmen und ihn „maximal objektiv aufzuklären“.

    Interne Untersuchungen eingeleitet

    Zugleich sind vom russischen Innenministerium massive interne Untersuchungen bezüglich der beteiligten Ermittler im Fall Golunow eingeleitet worden, erklärte Kolokolzew.

    Alle Beamten, die an dem Fall beteiligt waren, sind für die Zeit der Untersuchungen von ihrem Dienst suspendiert worden.

    Der Journalist selbst erklärte mittlerweile, dass er sich an den russischen Präsidenten persönlich wenden werde, damit die Generäle des Innenministeriums, die für seine harte Inhaftierung verantwortlich sind, frist- und bedingungslos gekündigt werden.

    >>>Mehr zum Thema: Moskau: Festgenommener Investigativ-Journalist bekommt Hausarrest<<<

    SB/ng

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