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    Proteste gegen die Auslieferung von Julian Assange am 14. Juni 2019

    „Ende des investigativen Journalismus“: Warum man gegen Assanges Auslieferung protestiert

    © Sputnik / Demond Cureton
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    Seit Freitagmorgen wird in London für die Freilassung des WikiLeaks-Gründers Julian Assange demonstriert, nachdem der britische Innenminister Sajid Javid den US-Auslieferungsantrag unterzeichnete. Sputnik sprach mit einigen Protestlern vor Ort.

    Cheryl, die Mitglied des Julian Assange Defence Committee ist, offenbarte gegenüber Sputnik, wie die Organisation nun handeln würde, um den Druck auf die britische Regierung in Zusammenhang mit der geplanten Auslieferung des Whistleblowers zu erhöhen.

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    Dazu zählen unter anderem die Intensivierung ihrer Arbeit sowohl im Internet als auch offline, häufigere Treffen sowie Aufklärungsmaßnahmen zur Steigerung der öffentlichen Aufmerksamkeit.

    „Und so haben wir sogar eine spezielle Gruppe, wo auf alle Lügen sehr professionell geantwortet wird, um den Namen dieses internationalen Helden und der wichtigsten Person des 21. Jahrhunderts zu klären. Das ist unsere Aufgabe, weil man uns die Rechte nimmt und wir das Ende des investigativen Journalismus sehen werden, wenn wir nicht schneller arbeiten“, erläuterte die Demonstrantin.

    Die Relevanz öffentlichen Drucks auf die Behörden im Fall Assange unterstrich auch der unabhängige Blogger John Brack. Denn nur auf diese Weise könnte seines Erachtens nach der Enthüller befreit werden.

    „Wenn es der Justiz, der Regierung und der Polizei überlassen bleibt, werden sie ihn so schnell wie möglich in ein Flugzeug Richtung USA setzen“.

    Wie am Freitag bekannt geworden ist, wird eine vollständige Gerichtssitzung über die mögliche Auslieferung von Assange erst im Februar 2020 stattfinden. Inzwischen verbüßt der WikiLeaks-Gründer 50 Wochen Haftstrafe in Großbritannien wegen Verstoß gegen Kautionsauflagen.

    Seit 2012 hatte sich Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London aufgehalten, um der Auslieferung nach Schweden zu entgehen. Im April 2019 hat Ecuador das Asyl für Julian Assange widerrufen und ihn aus der Botschaft in London ausgewiesen. Am 11. April nahm die Polizei in London den WikiLeaks-Gründer anhand der von Schweden und den USA erteilten Haftbefehle fest.

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    Daraufhin reichten die US-Behörden einen offiziellen Auslieferungsantrag an Großbritannien ein, unter den der britische Innenminister, Sajid Javid, am 13. Juni seine Unterschrift setzte.

    msch/sna

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    Tags:
    Demonstrationen, London, Sajid Javid, Journalismus, Freie Presse, Proteste, Auslieferung, Chelsea Manning, WikiLeaks, Julian Assange, USA, Großbritannien