Widgets Magazine
11:09 24 Juli 2019
SNA Radio
    Aktivisten der Bewegungen „Ende Gelände!“ und „Robin Wood“ bei einem Protest in Deutschland, 15. Mai 2019

    „Ende Gelände!“ – mehrtägige Proteste von Klimaaktivisten im Rheinischen Revier

    © AFP 2019 / PATRICK PLEUL
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    Ilona Pfeffer
    6331

    Mit einer mehrtägigen Massenblockade im Rheinischen Braunkohlerevier wollen die Klimaaktivisten von „Ende Gelände“ ab Mittwoch gegen den Kohleabbau protestieren. Zeitgleich wird im nahen Aachen der Zentralstreik von Fridays For Future stattfinden. Während sich die Klimaaktivisten solidarisieren, befürchtet die Polizei offenbar Ausschreitungen.

    Kohleausstieg in zwanzig Jahren? Vernichtung von Wäldern, Ackerland und ganzen Dörfern durch RWE? Damit wollen sich die Klimaaktivisten von „Ende Gelände“ nicht abfinden. Seit Jahren setzen sie sich mit zivilem Ungehorsam für Klimagerechtigkeit ein, besetzen unter anderem den Hambacher Forst. Für den 19. bis 24. Juni haben die Aktivisten eine Massenblockade im Rheinischen Revier angekündigt.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: “Tappen Sie nicht in die Strafbarkeitsfalle!” – Polizei Aachen warnt Schüler vor Klima-Protesten<<<

    „Es brodelt in der Bewegung für Klimagerechtigkeit: Hunderttausende protestieren auf der Straße. Gemeinsam gehen wir jetzt einen Schritt weiter und leisten zivilen Ungehorsam. Vom 19. bis 24. Juni 2019 blockieren wir mit unseren Körpern die Kohle-Infrastruktur im Rheinland“, heißt es dazu in einer Mitteilung auf der Webseite von „Ende Gelände“.

    Unterstützung bekommt das Bündnis von verschiedensten Seiten: Den Aufruf der Aktivisten haben zahlreiche Gruppen unterzeichnet, darunter Attac Celle, Global Justice Now und Klimavernetzung Ruhr. Dazu politische Gruppen wie der Bundesverband der Grünen Jugend oder die Linksjugend NRW. Unter den namentlich aufgeführten Unterstützern finden sich mehrere Landtags- und Bundestagsabgeordnete der Grünen und der Linkspartei.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Wenn Verschwörungstheorien wahr werden – Heute: Greta und die Fridays for Future – Teil 1<<<

    Darüber hinaus findet man auf der Seite eine Solidaritätserklärung:

    „Ende Gelände ist ein aufrüttelndes Signal zum Ausstieg aus einer zerstörerischen Technologie und für den globalen Erhalt der Umwelt. Die Aktion ist ein Ausdruck der Solidarität mit den Menschen, die schon heute gegen die Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen kämpfen müssen, mit denen, die in Zukunft am meisten betroffen sein werden und mit allen, die weltweit für eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten eintreten. Daher erklären wir uns solidarisch mit allen Menschen in ihrem friedlichen Protest gegen die Kohle.“

    Unterzeichnet wurde diese Erklärung unter anderem von BUND, Campact und Oxfam.

    Zuletzt erklärte sich auch die Bewegung Fridays For Future solidarisch mit Ende Gelände. Die jugendlichen Aktivisten der Klimaschutzbewegung um die schwedische Schülerin Greta Thunberg veranstalten am 21. Juni im nahegelegenen Aachen ihren Zentralstreik unter dem Motto „Climate Justice without borders – United For a Future“. Erwartet werden Schüler, Studierende, Eltern, Wissenschaftler, Lehrer und Künstler aus insgesamt sechzehn Ländern.

    Die Polizei Aachen hatte offenbar schon im Vorfeld der Proteste von Ende Gelände und Fridays For Future Befürchtungen, dass die Lage außer Kontrolle geraten könnte. In einem Brief an Schulen, Universitäten und Elternverbände hatte sie Anfang des Monats gewarnt:

    „Halten Sie sich von gewaltbereiten Gruppierungen von ‚Ende Gelände‘ fern, lassen Sie sich nicht für illegale Aktionen instrumentalisieren! Tappen Sie nicht in die ‚Strafbarkeitsfalle‘, weil Sie glauben, sich mit zivilem Ungehorsam für die gute Sache einzusetzen.“

    Am 13. Juni stellten Aachens Polizeipräsident Dirk Weinspach und der polizeiliche Einsatzleiter für die anstehenden Sondereinsätze „Ende Gelände“ und „Fridays for Future“, Thomas Dammers, die Einsatzkonzeption vor. Sie räumten ein, dass bei einem Einsatzraum von 600 Quadratkilometern nicht „alles geschützt werden kann“. Weinspach appellierte an die Teilnehmer:

    „Der Rechtsstaat bietet genügend wirksame Mittel und Möglichkeiten, auf legalem Wege einen politischen und gesellschaftlichen Richtungswechsel im Klimaschutz durchzusetzen. Es ist falsch zu behaupten, dass man politische Veränderungen nur durch zivilen Ungehorsam und Straftaten herbeiführen kann. Es gibt in der Historie genügend Beispiele, die zeigen, dass alleine der friedliche Protest der Schlüssel war.“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: „Eure Zeit ist bald abgelaufen“ – Arnold Schwarzenegger schmiedet Allianz<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Straftaten, Ausstieg, Solidarität, Bundestagsabgeordnete, Bündnis 90/Die Grünen, Die Grünen, NRW, Aktivisten, Unterstützung, blockieren, Demos, Proteste, Protest, Protestierende, protestieren, Bewegung, „Fridays For Future“, Fridays For Future, Ausschreitungen, Polizei, Streik, Aachen, Klimawandel, Klimaschutz, Klima, Energie, Deutschland