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10:55 21 September 2019
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    Holocaust-Gedenkstätte in Berlin (Archivbild)

    Pink verteidigt Foto ihrer tobenden Kinder am Holocaust-Mahnmal in Berlin

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Gesellschaft
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    US-Popsängerin Pink hat auf Instagram ein Foto gepostet, das ihre beiden Kinder beim Laufen durch die Stelen des Berliner Holocaust-Mahnmals zeigt, und das Bild schon vorab vor Kritik verteidigt. Nicht vergeblich: Die Aufnahmen sorgten bei Internetbenutzern für viele negative Reaktionen.

    Die 39-jährige Musikerin spielte am Sonntagabend im Rahmen ihrer Deutschland-Tour ein zweistündiges Konzert im Berliner Olympiastadion und holte dabei auch ihre achtjährige Tochter Willow auf die Bühne. Von ihrem Aufenthalt postete sie neben dem Foto vom Holocaust-Mahnmal auch ein Bild vom Gendarmenmarkt und davon, wie sie in einer Bar Cocktails mixt.

    „Diese zwei Kinder sind eigentlich jüdisch, genau wie ich und die gesamte Familie meiner Mutter“, kommentierte die Sängerin die Aufnahmen, auf denen ihre Tochter Willow ihrem kleinen Bruder Jameson zwischen den Stelen des Holocaust-Denkmals in Berlin hinterher rennt.

    Laut Pink glaubte der US-Architekt Peter Eisenman, der dieses Denkmal schuf, dass „Kinder Kinder sein sollen“.

    „Und für mich ist das eine Feier des Lebens über den Tod. Behaltet euren Hass und eure Urteile für euch“, schloss die Musikerin.

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    „Keine Achtung vor den Toten“

    Der Eintrag spaltete die Instagram-User. Viele Fans unterstützten Pink. Einige fanden das Benehmen ihrer Kinder jedoch respektlos und wiesen darauf hin, dass das Mahnmal nicht als Spielplatz tauge.

    „Wollen wir dann alle Kindergarten-Gruppen Berlins zum Museum bringen und sie Amok laufen lassen, denn die Gesellschaft ist so verrottet, dass es keine Achtung vor den Toten gibt“, schrieb ein Benutzer unter dem Namen „iheartquacks“.

    Andere Kommentatoren bezeichneten Pinks Benehmen und das ihrer Kinder als „unangebracht“. Die jüdische Abstammung berechtige sie nicht, am Mahnmal für die ermordeten Juden Europas zu laufen, so die Userin „urszulagajko“.

    „Yolocaust“

    Immer hagelt es Kritik, wenn Besucher des Mahnmals im Stelenfeld Selfies machen oder sich lachend zeigen. 2017 prangerte der israelische Satiriker und Autor Shahak Shapira im Internetprojekt Yolocaust die Geschmacklosigkeit solcher Bilder an. Er montierte die am Holocaust-Mahnmal aufgenommenen Selfies vor historischen Fotos, auf denen Opfer des NS-Regimes – Leichenberge und KZ-Häftlinge – dargestellt sind.

    Eisenman: Auf dem Mahnmal spielen ist Okay

    Immerhin tut Peter Eisenman mehrfach in Medien kund, dass Eltern ihre Kinder auf dem Mahnmal spielen lassen sollen.

    „(…) Das Spielen, meine Güte, das ist doch Spaß für die Kinder, dort zu spielen. Warum sollen sie das denn nicht machen? Das ist doch okay“, sagte der Architekt etwa 2010 gegenüber der Zeitung „Berliner Morgenpost“.

    mo/ae/dpa

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    Tags:
    Pink, Deutschland