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14:48 17 August 2019
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    Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete am 18. Juli 2019

    Sea-Watch-Kapitänin: EU muss Lösung für Bootsflüchtlinge finden

    © REUTERS / GUGLIELMO MANGIAPANE
    Gesellschaft
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    Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete hat nach ihrer Vernehmung bei der italienischen Staatsanwaltschaft die EU aufgerufen, eine Lösung bei der Verteilung von Migranten zu finden.

    „Es ist mir sehr wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass es gar nicht um mich als Person gehen soll, sondern es sollte um die Sache gehen”, sagte sie am Donnerstag in der sizilianischen Stadt Agrigent.

    „Wir haben Tausende von Flüchtlinge in einem Bürgerkriegsland, die dort eigentlich dringend evakuiert werden müssten. Und ich erwarte von der Europäischen Kommission insbesondere, dass sie sich möglichst schnell dazu einigt, wie diese Bootsflüchtlinge in Europa aufgeteilt werden sollen”, so Rackete.

    Festnahme und Ermittlung in Italien

    Die 31-Jährige aus Niedersachsen war Ende Juni mit Dutzenden Migranten an Bord ohne Erlaubnis der Regierung in Rom in italienische Gewässer und in den Hafen von Lampedusa gefahren. Dabei hatte sie ein Schiff der Finanzpolizei, die zu den Streitkräften gehört, gestreift. Sie wurde festgenommen und unter Hausarrest gestellt - anschließend aber wieder freigelassen.

    Die Staatsanwaltschaft wirft ihr Beihilfe zu illegaler Einwanderung und Widerstand gegen ein Kriegsschiff vor. Die Befragung dauerte rund vier Stunden. Eine schnelle Entscheidung, ob es zu einem Prozess kommt oder die Vorwürfe fallen gelassen werden, zeichnete sich aber nicht ab.

    Deutschlands „historische Verantwortung”

    Zuvor war verichtet worden, dass Rackete die Aufnahme aller Flüchtlinge aus Libyen gefordert hatte. Deutschland habe dabei eine „historische Verantwortung”. Laut der 31-Jährigen aus Niedersachsen geht es um eine halbe Million Migranten, die sich in den Händen von Schleppern oder in Flüchtlingslagern befänden.

    ai/dpa

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    Tags:
    Migranten, Carola Rackete, Sea-Watch.org