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04:54 23 Oktober 2019
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    Berliner Mauer (Archivbild)

    „Traumatisierter“ Mann will Entschädigung für Flucht aus DDR

    CC BY-SA 4.0 / Roland Arhelger / Wikimedia Commons (cropped)
    Gesellschaft
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    Ein heute 56-jähriger Mann ist bereits beim brandenburgischen Innenministerium und beim Verwaltungsgericht Potsdam mit einem Antrag auf Entschädigung gescheitert und geht am Mittwoch laut der dpa vor das Verfassungsgericht. Als Grund nennt er die angebliche Traumatisierung bei der Flucht aus der DDR im Jahr 1988.

    Das soll zumindest sein Anwalt behaupten. Die dramatische Erfahrung soll einen der beiden im Jahr 1988 geflohenen Brüder traumatisiert haben, denn sie hätten „mehrere Stunden in geduckter Haltung im Schlamm im Sperrgebiet gewartet“. In den frühen Morgenstunden hätten sie die Metallgitterzäune mit Hilfe von Bolzenschneidern überwunden. Mit Leitern seien beide dann über weitere Zäune geklettert.

    Zum Schutz vor dem Stacheldraht hatten sie sich demnach mehrere Lagen Kleidung übergezogen. Nachdem Alarm ausgelöst worden sei, sei der damals 26-Jährige mit seiner Kleidung im letzten Zaun der Grenzanlage hängen geblieben. Zwei Grenzsoldaten hätten ihn mit Maschinengewehren bedroht, jedoch nicht geschossen. 

    Der gelernte Rohrverleger konnte sich laut dem Anwalt befreien, rannte in die sogenannten „Andrews Barracks“, eine nahe Kaserne des US-Militärs. Körperlich unverletzt kam der Flüchtling in das Notaufnahmelager Marienfelde, aber die seelischen Beeinträchtigungen sollen den Mann bis heute herausfordern. Er sei misstrauisch, reizbar, ihn überkämen plötzlich Wutanfälle, er habe Alpträume, so sein Anwalt.

    Darum will der Flüchtling jetzt eine Rehabilitierung und Grundrente - auch wegen seiner psychischen Erkrankung. 

    Das Verwaltungsgericht in Potsdam soll bei seiner Ablehnung argumentiert haben, die Grenzsicherung der DDR habe sich nicht individuell gegen den Flüchtenden gerichtet. Zudem bestehe kein Anspruch auf berufliche Rehabilitierung, da keine Nachteile erkennbar seien. Damit gab sich der 56-Jährige nicht zufrieden. 

    Am Mittwoch entscheidet das Bundesverwaltungsgericht, ob neben körperlichen Verletzungen auch eine psychische Erkrankung entschädigt werden kann.

    dpa/lk/mt

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    30 Jahre Mauerfall, Mauerfall-Jahrestag