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10:34 19 August 2019
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    Ein Briefkasten mit Werbungsblätter (Symbolbild)

    „Letzte Werbung“ – Initiative sagt plastikumhüllten Postwurfsendungen den Kampf an

    CC0 / Nisha Gill / Pixabay
    Gesellschaft
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    Ilona Pfeffer
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    Lästige Werbung und Plastikmüll in einem – „Einkauf aktuell“ flattert wöchentlich bei bis zu 20 Millionen deutscher Haushalte in den Briefkasten und landet oft ungelesen im Müll. Die Initiative „Letzte Werbung“ will nun gegen die Deutsche Post klagen.

    Ob man will oder nicht, mit schöner Regelmäßigkeit – meist samstags – hat man sie im Briefkasten: Die kostenlose Werbebroschüre „Einkauf aktuell“ von der Deutschen Post. Das ist nicht nur lästig, sondern auch umweltschädlich, und zwar in großem Stil. Denn die Werbesendungen gehen wöchentlich an bis zu 20 Millionen Haushalte in Deutschland und landen dort oft ungeöffnet im Müll – sie verursachen auch Probleme beim Recycling, denn die Broschüren sind in Plastik eingeschweißt.

    Dies hat nun die Initiative „Letzte Werbung“ auf den Plan gerufen, die voraussichtlich Mitte August Klagen gegen die Deutsche Post einreichen will.

    Sie retten keine Pandabären und holen kein Plastik aus den Weltmeeren ß dennoch wollen sie die größte Umweltbewegung Deutschlands starten. Um 1,11 Milliarden Kilo pro Jahr will die Initiative den deutschen papierverbrauch senken. Das sei 25-mal so viel, wie wenn man gänzlich auf Coffee-to-go-Becher verzichten würde.

    Über sich selbst schreibt die Initiative auf ihrer Webseite:

    „Wir sind eine wachsende Gemeinschaft aus ehrenamtlich arbeitenden Talenten aus ganz Deutschland. In unserer Bewegung finden Umweltwissenschaftler, Designer, Studenten, Entwickler, Juristen und BWL’er einen Platz. Und in unseren Herzen über 100.000 Postboten, die ebenfalls von der Aktion profitieren. Was uns verbindet? Der Tatendrang, etwas Konkretes gegen den fortschreitenden Klimawandel zu unternehmen. Ohne auf Politik oder Konzerne zu warten.”

    Im Fall der “Einkauf aktuell” argumentieren die Aktivisten damit, dass man die Postwurfsendung selbst dann nicht abbestellen kann, wenn man der Erhalt schriftlich widersprochen habe. „Sie bietet auch keinen alternativen Weg, um sich einfach von der unerwünschten Plastikpost abzumelden“, beklagt eine Sprecherin von „Letzte Werbung“ das Vorgehen der Post.  Das Unternehmen sei nicht an einer ergebnisoffenen Diskussion interessiert. „Wir sehen uns daher gezwungen, den rechtlichen Weg zu gehen.“

    Derweil zeigt sich die Deutsche Post wenig einsichtig. Es sei „schlichtweg falsch“, dass die meisten Haushalte die kostenlosen Werbesendungen nicht erhalten wollten, zitiert die DPA eine Sprecherin des Unternehmens. „Viele Haushalte sehen in den Prospekten in erster Linie eine wichtige Orientierungshilfe im aktuellen Angebot des örtlichen Einzelhandels.“

    Die schriftliche Kündigung sei nicht möglich, weil man in einem solchen Massengeschäft nicht einzelne Namen aus der Empfängerliste streichen könne. Jedoch reiche der Aufkleber „Keine Werbung“ aus, um unerwünschte Post dieser Art zu vermeiden.

    „Letzte Werbung“ will aus mehr als 100 klagebereiten Personen bis zu zehn Personen auswählen und voraussichtlich Mitte August Klage einreichen.

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    Tags:
    Müll, Deutschland, Umweltschutz