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10:35 22 September 2019
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    Tinder führt Reisewarnungen für LGBT-feindliche Länder ein

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    Dating im Urlaub? Sexuelle Abenteuer mit exotischem Beigeschmack? Für nicht heterosexuelle Menschen kann das in manchen Ländern gefährlich werden, zu lebenslänglichen Gefängnisstrafen oder sogar zur Todesstrafe führen. Die Betreiber der Dating-App „Tinder“ haben nun reagiert und eine automatische Reisewarnung eingeführt.

    Reist ein Nutzer in eines der 68 Länder, die als gefährlich für Homo-, Bi-, Trans- und Intersexuelle eingestuft sind, so bekommt er beim ersten Aufrufen der App einen Warnhinweis:

    „Deinem Standort nach zu urteilen, befindest du dich an einem Ort, an dem die LGBT-Gemeinde bestraft werden kann. Wir wollen, dass du Spaß hast, aber deine Sicherheit hat für uns höchste Priorität."

    Der Nutzer hat dann die Wahl, ob sein Tinder-Profil in dem betreffenden Land sichtbar sein soll. Entscheidet er sich dafür, werden Informationen zu seiner sexuellen Orientierung dennoch ausgeblendet.

    Für die Sicherheitsbewertung der insgesamt 193 Länder beruft sich Tinder auf die aktuelle Weltkarte von „ilga“ („Internationale Lesbian, Gay, Bisexual, Trans and Intersex Association“), die in ihren jährlichen Erhebungen untersucht, wie es um den rechtlichen Schutz sexueller Minderheiten in den einzelnen Ländern bestellt ist.

    die aktuelle Weltkarte von „ilga“
    die aktuelle Weltkarte von „ilga“

     

    Wirft man einen Blick auf die aktuelle Karte, so teilt sich die Welt schon optisch grob in zwei Hälften. In Blautönen sind die Länder markiert, in denen Menschen mit nicht-traditioneller sexueller Orientierung den größten Schutz genießen. Dazu gehören – wenig überraschend - die meisten europäischen Staaten, die USA, Kanada, fast alle südamerikanischen Länder, Australien und Neuseeland. Ausnahmen in gefälligem Blau bilden Staaten wie die Mongolei und Südkorea in Asien oder Südafrika und Angola auf dem afrikanischen Kontinent. In diesen Ländern ist nicht nur gleichgeschlechtlicher Sex legal, sondern beispielsweise gleichgeschlechtliche Ehen und Adoptionen von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare. Außerdem bieten viele dieser Staaten mit Antidiskriminierungsgesetzen Schutz für sexuelle Minderheiten.

    In weiten Teilen Afrikas und Asiens schrillen hingegen die Alarmglocken für Angehörige der LGBT-Community und diese Länder leuchten auf der Weltkarte rot auf. So stehen auf einvernehmlichen gleichgeschlechtlichen Sex beispielsweise in Gambia und Malawi vierzehn Jahre Haft, in Malaysia zwanzig, in Tansania, Uganda, Zambia, Barbados und Guyana (für Männer) lebenslänglich. Noch gefährlicher ist es in Mauretanien, Nigeria, Somalia, dem Sudan, dem Jemen, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, Katar, Pakistan, dem Iran und Afghanistan: In diesen Ländern wird gleichgeschlechtlicher Sex mit dem Tod bestraft. Insgesamt sind es 68 UN-Mitgliedsstaaten, in denen gleichgeschlechtlicher Sex kriminalisiert wird.

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    LGBT, Warnung, Reise, Welt