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00:34 15 Oktober 2019
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    Attentat von Sarajevo von Achille Beltrame

    Heute vor 105 Jahren: Wie am 28. Juli 1914 Erster Weltkrieg mit Kriegserklärung an Serbien begann

    © Foto: Domenica del Corriere/Achille Beltrame
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    Heute vor 105 Jahren, am 28. Juli 1914, begann einer der schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte – der Erste Weltkrieg. Dieser Konflikt dauerte vier Jahre und wurde in Europa, im Nahen Osten, in Afrika, Ostasien und auf den Ozeanen geführt. Begonnen hat der Schrecken mit der Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien.

    Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn Serbien den Krieg. Dem war das Attentat von Sarajevo vom 28. Juni 1914 vorausgegangen.

    Bei diesem Attentat hatte Gavrilo Princip, ein Mitglied der revolutionären Untergrundorganisation Mlada Bosna, den österreichischen Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie Chotek, Herzogin von Hohenberg, erschossen.

    Sein Motiv war die Befreiung von Bosnien-Herzegowina von der österreichisch-ungarischen Vorherrschaft und eine anschließende Vereinigung aller Südslawen unter Führung Serbiens.

    Schwierige Bündnisverhältnisse

    Was ein lokaler Krieg hätte bleiben können, entwickelte sich jedoch aufgrund komplizierter Bündnissysteme bald zu einem europäischen Flächenbrand. Serbien wurde von Russland gestützt, das wiederum von Frankreich unterstützt wurde; auf der Seite von Österreich-Ungarn stand unter anderem das Deutsche Kaiserreich.

    Und so eskalierte dieser zunächst lokale Konflikt zuerst zu einem Kontinentalkrieg und erfasste später auch andere Weltteile, da sich die europäischen Kolonialmächte in verschiedenen Teilen der Welt bekämpften.

    Spätestens mit dem Eintritt der Vereinigten Staaten in den Krieg im Jahr 1917 wurde dieser Konflikt endgültig zum Weltkrieg.

    Der Schrecken eines sinnlosen Stellungskrieges

    Der Erste Weltkrieg zeigte mit voller Deutlichkeit, welche Gewalt industrialisierte und hoch entwickelte Armeen übereinander bringen können. Durch den Stellungs- und Grabenkrieg führte das intensive Kampfgeschehen bei minimalen Geländegewinnen zu gewaltigen Opfern.

    Insbesondere die Schlacht um das französische Verdun steht als Sinnbild für das Massentöten im Grabenkrieg und für die endlose Materialschlacht.

    Des Weiteren wurden bei diesem Krieg erstmals großflächig neuste militärische Technologien eingesetzt – beginnend mit Maschinengewehren, schwerer Artillerie, dem ersten Einsatz der Luftwaffe und dem uneingeschränkten U-Boot-Krieg bis hin zum Gaskrieg. Insbesondere der letztere führte zu grausamen Verletzungen unter den Überlebenden.

    Die Bilanz des Ersten Weltkrieges

    Das Ergebnis des Ersten Weltkrieges war gerade für Europa verheerend. Die Vereinigten Staaten stiegen ihrerseits endgültig zur Weltmacht auf.

    In Russland führte die Belastung des Krieges zur Oktoberrevolution und zum Ende der jahrhundertelangen Romanow-Zarendynastie. Das Land zerfiel – um später allerdings in nahezu den gleichen Grenzen wieder als die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, kurz UdSSR oder Sowjetunion, aufzuerstehen.

    Am 11. November 1918 trat dann der Waffenstillstand von Compiègne in Kraft, der nach Friedensverhandlungen in den Jahren 1919 bis 1923 schließlich zum Frieden führte.

    Zugleich war es auch das Ende gleich mehrerer Monarchien und Imperien, darunter des russischen, deutschen, osmanischen und Österreich-Ungarns. Schätzungsweise 17 Millionen Menschen verloren durch diesen Krieg ihr Leben.

    Historiker sind sich weitgehend einig, dass der Erste Weltkrieg zum Nährboden für den Faschismus in Italien, für den Hitler-Nationalsozialismus in Deutschland und somit zum Vorläufer des Zweiten Weltkriegs wurde.

    Nachwirkend wird er als die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet, aber auch als der Grundstoß für das Ende des Zeitalters des Imperialismus.

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    Tags:
    Grund, Erster Weltkrieg, Sarajevo, Serbien, Österreich-Ungarn