02:31 21 November 2019
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    Proteste im Sudan

    Sudan schließt Schulen nach mehreren Toten bei Massenprotesten

    © AFP 2019 / ASHRAF SHAZLY
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    Der im Sudan regierende Übergangs-Militärrat hat eine landesweite Schließung von Schulen ab Mittwoch angeordnet. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Massenproteste, in deren Zuge mindestens fünf Schüler durch Sicherheitskräfte in der Provinz Nord-Kordofan getötet worden sind.

    Zur geplanten Dauer der Maßnahme wurden keine Angaben gemacht. Sie soll vorerst auf unbestimmte Zeit gelten.

    Zu den Todesopfern soll es am Montag bei einer Kundgebung in der Stadt Al-Obeid gekommen sein. Die Beamten gingen laut dem Gouverneur der Provinz gegen die Demonstranten mit Waffen vor, weil es Überfallversuche auf zwei Bankfilialen gegeben habe.

    Gewalt im Sudan

    Die Lage im Lande hatte sich am 3. Juni verschärft, als das Militär das Zeltlager der Protestierenden vor dem Hauptquartier des Kommandos der sudanesischen Streitkräfte teilweise gewaltsam geräumt hatte. Bei den Zusammenstößen kamen mehrere Dutzend Menschen ums Leben. Die Oppositionellen reagieren mit Streiks und Aktionen von zivilem Ungehorsam und forderten die Übergabe der Macht an eine Zivilregierung.

    Im April war der seit 30 Jahren autoritär herrschende Staatschef Omar Al-Baschir nach monatelangen Massenprotesten der Bevölkerung vom Militär gestürzt worden. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren hatte das Militär einen Rat eingesetzt, an dessen Spitze Verteidigungsminister Awad Ibnuf steht. Die Protestwelle ebbte jedoch nicht ab. Die Demonstranten fordern, unverzüglich ein ziviles Leitungsorgan zu bilden und es mit Machtbefugnissen auszustatten.

    jeg/ae/sna

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    Tags:
    Schließung, Schulen, Proteste, Sudan