02:37 21 November 2019
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    Migranten an Bord eines Rettungsschiffes vor der Küste Libyens

    Zwei Rettungsschiffe im Mittelmeer blockiert – Schwangere mit Wehen an Bord

    © AFP 2019 / PAVEL VITKO
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    Zwei Rettungsschiffe mit insgesamt mehr als 160 Migranten an Bord warten auf die Erlaubnis, einen Hafen im Mittelmeer anzufahren – bisher aber vergebens.

    Auf dem Schiff der spanischen Hilfsorganisation Proactiva Open Arms befinden sich 123 Menschen, darunter eine im neunten Monat schwangere Frau, die Wehen habe, teilte NGO-Chef Oscar Camps auf Twitter mit. Die „Alan Kurdi“ der deutschen Organisation Sea-Eye bleibt am Freitag noch immer mit 40 Geretteten an Bord vor der italienischen Insel Lampedusa, anlegen durfte sie nicht. Und in Frankreich ist das von SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betriebene Schiff „Ocean Viking“ bereit zur Abfahrt auf Suchmission vor der Küste Libyens.

    Doch Italien reagiert wie auch immer hart: Innenminister Matteo Salvini hat dem Schiff „Alan Kurdi“ die Einfahrt bereits verboten und gedroht, es zu beschlagnahmen, sollte es in Italien anlanden. Die Einsatzleitstelle der italienischen Küstenwache hätte gegenüber Sea-Eye nun erklärt, dass die maltesischen Behörden zuständig seien, „obwohl das Schiff genau vor Lampedusa liegt”, so die Regensburger Organisation.

    Italien hatte auch dem Rettungsschiff „Open Arms” schon mitgeteilt, es dürfe nicht anlegen. Kapitän Marc Reig sagte dem spanischen Fernsehen an Bord, er habe sich an alle zuständigen Behörden in Libyen, Malta und Italien gewandt, aber keine Antwort erhalten.

    Auch ein drittes Schiff könnte bald dazu kommen. Die „Ocean Viking” will von dem französischen Marseille losfahren und dann in etwa ein paar Tagen das Rettungsgebiet erreichen. Es kann ungefähr 200 Menschen aufnehmen.

    jeg/ae/dpa

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    Tags:
    Rettungsschiff, Migranten, Mittelmeer, Libyen