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14:12 13 November 2019
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    Kunstminister Bernd Sibler restituiert neun Kunstwerke der Familie Davidsohn aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Bayerischen Nationalmuseum und der Staatlichen Graphischen Sammlung am 05.08.2019 im Bayerischen Nationalmuseum in München

    „Akt der Gerechtigkeit“: Bayern gibt NS-Raubkunstwerke zurück

    © Foto : StMWK/Andreas Gebert
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    Bayerns Kunstminister Bernd Sibler hat neun Kunstwerke aus NS-Raubgut an eine jüdische Familie zurückgegeben. Am Montagvormittag nahm ein Vertreter der Erben der ursprünglichen Eigentümer Julius und Semaya Davidsohn in München die Kunstwerke in Empfang. Die Erben wollen die Kollektion nun als Ganzes an einen Sammler verkaufen.

    Es handelt sich um die Aufarbeitung des Münchner Kunstraubs von 1938: Bayerns Kunstminister Bernd Sibler übergab gemeinsam mit den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Bayerischem Nationalmuseum und der Staatlichen Graphischen Sammlung München die durch die Geheime Staatspolizei (Gestapo) beschlagnahmten Werke an die Erbengemeinschaft aus Europa, Asien und Afrika: Es sei „ethische Pflicht, sich mit der Herkunft der Museumsbestände sorgfältig, intensiv und gewissenhaft auseinanderzusetzen“, so Sibler.

    Kunstminister Bernd Sibler restituiert neun Kunstwerke der Familie Davidsohn aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Bayerischen Nationalmuseum und der Staatlichen Graphischen Sammlung am 05.08.2019 im Bayerischen Nationalmuseum in München. Dr. Zeitler (SGSM), Dr. Frank Matthias Kammel, Generaldirektor des BNM, Bernd Sibler, Hardy Langer, Prof. Dr. Bernhard Maaz.
    © Foto : StMWK/Andreas Gebert
    Kunstminister Bernd Sibler restituiert neun Kunstwerke der Familie Davidsohn aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Bayerischen Nationalmuseum und der Staatlichen Graphischen Sammlung am 05.08.2019 im Bayerischen Nationalmuseum in München. Dr. Zeitler (SGSM), Dr. Frank Matthias Kammel, Generaldirektor des BNM, Bernd Sibler, Hardy Langer, Prof. Dr. Bernhard Maaz.

    Im Rahmen einer staatlichen Kunstraubaktion hatte die Gestapo im November 1938 fünf Gemälde, drei Farbstiche und eine Holztafel mit Elfenbeinreliefs aus dem Besitz des jüdischen Ehepaars Julius und Semaya Davidsohn beschlagnahmt.

    Das Ehepaar lebte seit 1917 in München. Die Nationalsozialisten deportierten beide nach Theresienstadt, wo Julius Davidsohn im August 1942 starb, seine Frau - im April 1943.

    Die von der Gestapo geraubten Kunstwerke gelangten nach Kriegsende in den sogenannten Central Collecting Point am Königsplatz und 1955 über die Treuhandverwaltung von Kulturgut in München in den Besitz der drei genannten Museen.

    Hardy Langer, der stellvertretend für die Erbengemeinschaft die Werke entgegennahm, bedankte sich für „diesen Akt der Gerechtigkeit“ .Die Werke wollen die Erben als Ganzes an einen Sammler verkaufen, so dass „die Geschichte weitergegeben werden kann“, so Langer.

    „Die Geschehnisse der Vergangenheit können wir damit nicht rückgängig machen, aber wir können ein sichtbares Zeichen setzen für unser tiefes und ernsthaftes Interesse, die menschenverachtenden Verbrechen des Nationalsozialismus umfassend aufzuarbeiten. Dass der Freistaat Kunstwerke restituiert, die ihren ursprünglichen Eigentümern verfolgungsbedingt entzogen wurden, ist selbstverständlich“, unterstrich Bayerns Kunstminister Sibler. Es handelt sich bei der Rückgabe um die 15. Restitution der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen seit dem Jahr 1998.

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    Tags:
    Gestapo, Raub, Kunst, Nazi-Deutschland