19:33 14 November 2019
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    Kein Deutsch, keine Einschulung? - CDU-Politiker stößt Diskussion an

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    Kinder, die nicht richtig Deutsch verstehen, sollten auch nicht eingeschult werden. Diese Forderung kommt von Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann. In der Debatte über fehlende Deutschkenntnisse von Grundschülern plädiert der Deutsche Lehrerverband für verpflichtende Sprachtests - lange vor der Einschulung.

    Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann fordert, dass Kinder ausreichend Deutsch sprechen müssen, bevor sie an der Grundschule aufgenommen werden.

    „Um es auf den Punkt zu bringen: Ein Kind, das kaum Deutsch spricht und versteht, hat auf einer Grundschule noch nichts zu suchen“, so der CDU-Politiker gegenüber der „Rheinischen Post“. Linnemann schlägt für betroffene Kinder eine Vorschulpflicht vor. Notfalls müsse eine Einschulung auch zurückgestellt werden, sagte er. Der Deutsche Lehrerverband gibt ihm teilweise recht.

    Es müssten alle Alarmglocken schrillen, wenn bei Sprachtests wie in Duisburg mehr als 16 Prozent der künftigen Erstklässler gar kein Deutsch könnten, so der Unionsfraktionsvize. „Bis tief hinein in die Mittelschicht erlebe ich Eltern, die ihre Kinder auf Privatschulen schicken, weil das Niveau an staatlichen Schulen sinkt.“

    Warnung vor „neuen Parallelgesellschaften“

    „Die Vorfälle in Freibädern, die Tat auf dem Frankfurter Bahnsteig, die Schwertattacke in Stuttgart - das alles wühlt die Menschen auf und befeuert die Sorge, dass neue Parallelgesellschaften entstehen könnten. Dem müssen wir jetzt vorbeugen“, so CDU-Politiker Linnemann.

    Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, gab Linnemann Recht: Die eigentliche sprachliche Förderung müsse vor der Grundschule erfolgen. Kinder sollten nach Meidingers Ansicht schon lange vor der Einschulung verpflichtende Sprachtests durchlaufen. Er sei ein absoluter Anhänger von bundesweiten, flächendeckenden Sprachstandstests bei Drei- und Vierjährigen. Es gäbe Ansätze dafür in einigen Ländern, aber leider passiere dann zu wenig, weil ausgebildetes Personal fehlte, und Grundschullehrer seien ohnehin Mangelware.

    Diskriminierung von Migranten-Kindern

    Kritik am Vorstoß des Unionsfraktionsvizes Linnemann kommt vom Verband Bildung und Erziehung (VBE). Die Forderung, Kinder, die kein Deutsch könnten, nicht einzuschulen, sei eine Bankrotterklärung der Politik, so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. Zudem sei sie diskriminierend, denn „es läuft doch darauf hinaus, dass vor allem Kinder mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung zurückgestellt werden würden“. Der VBE forderte mit Blick auf Sprachförderung von der Politik mehr Unterstützung für Kindertagesstätten. Fast alle Kinder gingen inzwischen vor der Einschulung in Kitas. Aber trotz hohen Engagements der Erzieherinnen und Erzieher führten Gruppengrößen, unzureichende Personalschlüssel und fehlende Sprachexperten dazu, dass manche Kinder nicht angemessen gut Deutsch sprächen.

    Die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prien wies den Vorstoß von Parteifreund Linnemann ebenfalls zurück: Der Vorstoß sei „populistischer Unfug“ und „der völlig falsche Weg“. Betroffene Kinder gehörten „im Rahmen der Regelbeschulung“ in Deutsch-als-Zweitsprache-Klassen.

    ba/dpa

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    Tags:
    Schule, Kinder, Kenntnisse, Sprache, Deutschland