03:00 17 November 2019
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    Krankenwagen vor dem Mannhattan Hospital, wohin die Leiche von Jeffery Epstein geliefert wurde

    „Sehr ungewöhnlicher Suizid“: Epsteins Obduktionsbefund wirft Fragen über seinen Tod auf

    © REUTERS / JEENAH MOON
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    Der vermutliche Suizid des US-Multimillionärs Jeffrey Epstein in seiner Gefängniszelle ist durch die Autopsie ermittelt worden, die Fragen aufwirft. US-Mediziner haben die Untersuchung gegenüber Medien kommentiert.

    Die Obduktion dokumentierte mehrere gebrochene Knochen im Bereich des Halses, teilten Justiz-Quellen gegenüber Reuters mit. Solche Verletzungen können entstehen, wenn jemand sich erhängt oder erdrosselt wird.

    „Genickbruch bei einem Suizid atypisch“

    Laut dem Gerichtsmediziner Zhongxue Hua aus dem US-Bundesstaat New Jersey ist Genickbruch bei einem Suizid atypisch. Er warnte allerdings, keine voreiligen Schlüsse zu ziehen.

    „Ein Genickbruch ist ungewöhnlich. Zunächst ist allerdings zu klären, wann der entstand“, zitiert Reuters den Arzt.

    Falls Epsteins Verletzung vor kurzem entstand, dann sei das „mindestens ein sehr ungewöhnlicher Selbstmord“.

    Ermordung ist „wahrscheinlicher“

    Aus Sicht des beratenden Experten beim US-Fernsehsender Fox News, Dr. Marc Siegel, ist es „wahrscheinlicher“, dass Epsteins Tod durch Ermordung statt durch Suizid erfolgte.

    „Das gebrochene Zungenbein sowie andere Knochenbrüche im Hals machen es wahrscheinlicher – wiederum handelt es sich um einen prozentualen Anteil –, dass es eher Mord als Selbstmord war“, zitiert der Sender den Mediziner auf seiner offiziellen Seite.

    Vor einer endgültigen Stellungnahme müsste er mehr Informationen bekommen. Die Umstände von Epsteins Tod seien auf jeden Fall verdächtig: „Ich habe mehr Verdacht denn je, dass das eine Ermordung sein könnte.“

    „Massagen” in der Villa in Palm Beach

    Der Hedge-Fonds-Manager Jeffrey Epstein, ein ehemaliger Mathematik-Lehrer, hatte Luxus-Wohnsitze in Palm Beach und New York sowie Verbindungen in die höchsten Kreise – bis hin zu Ex-Präsident Bill Clinton, Prinz Andrew und dem heutigen US-Präsidenten Donald Trump.

    Seit den ersten öffentlich bekannten Vorwürfen gegen Epstein sind mehr als zehn Jahre vergangen. 2007 wurde ihm zur Last gelegt, Dutzende minderjährige Mädchen belästigt zu haben. Er soll sie für „Massagen” in seine Villa in Palm Beach gerufen und sie dazu aufgefordert haben, sich dabei auszuziehen. In manchen Fällen soll es auch zu sexuellem Missbrauch gekommen sein.

    Der 66-Jährige war im Juli in New York verhaftet worden. Der Prozess gegen ihn sollte im Juni 2020 beginnen. Vor rund vier Wochen wurden neue Vorwürfe gegen den Unternehmer erhoben. Die New Yorker Staatsanwaltschaft beschuldigte ihn, im Zeitraum von 2002 bis 2005 Dutzende Mädchen missbraucht und zur Prostitution angestiftet zu haben. Epstein plädierte auf nicht schuldig.

    Vermutlicher Selbstmord

    Epstein wurde am 10. August in seiner Zelle aufgehängt gefunden. Der verurteilte Pädophile hatte Quellen zufolge eine Zeit lang wegen möglicher Suizidgefahr unter besonderer Beobachtung gestanden, nachdem er im Juli bewusstlos in seiner Zelle aufgefunden worden war. Doch diese Beobachtung wurde laut „The New York Times“ zwei Wochen vor dem Suizid unterbrochen.

    Demnach soll das Gefängnispersonal seine Aufsichtspflicht vernachlässigt haben. Unter Berufung auf Ermittlerkreise hieß es, die Wärter hätten in der Nacht vor Epsteins Tod alle 30 Minuten in seine Zelle hineinsehen sollen. Das sei nicht geschehen. Zudem sei er am Samstagabend allein in der Zelle gewesen, nachdem ein Mithäftling verlegt worden sei.

    Die Zeitung berichtete früher unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Quellen, dass Epstein am 6. Juli in New York verhaftet worden war. Laut dem Sender CBS Miami wurde er nach der Landung seines privaten Jets am Flughafen von New Jersey von Beamten gestoppt. Seine Wohnung in New York wurde demnach durchsucht.

    mo/sb/rtr

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    Tags:
    Vereinigte Staaten, USA, Jeffrey Epstein