03:55 15 November 2019
SNA Radio
    Ein Migrant im Mittelmeer (Archiv)

    Merkel will staatlich organisierte Seenotrettung wiederaufnehmen

    © AP Photo / Olmo Calvo
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    586169
    Abonnieren

    Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat für eine Wiederaufnahme der staatlich organisierten Seenotrettung von Migranten im Mittelmeer plädiert.

    Seenotrettung sei ebenso notwendig wie die Bekämpfung von Schleusern, erklärte die Kanzlerin am Donnerstagabend in Berlin bei einem Empfang zum Zapfenstreich für die ehemalige deutsche Verteidigungsministerin, Ursula von der Leyen.

    „Sicherlich wäre es gut, wir hätten auch heute wieder eine Mission Sophia und staatliche Schiffe, die retten würden“, so Merkel.

    Im Rahmen des europäischen Seenotrettungseinsatzes Sophia waren seit 2015 Zehntausende Migranten aus dem Mittelmeer gerettet worden. Vor einigen Monaten wurde der Marine-Einsatz eingestellt, dem Italien heftigen Widerstand entgegenbrachte. Deutschland hatte sich für eine Fortsetzung der Seenotrettung starkgemacht.

    Härtere Strafen für Seenotretter in Italien

    Am 5. August hatte der Senat in Rom ein Gesetz gebilligt, das unter anderem Strafen in Höhe bis zu einer Million Euro vorsieht, wenn ein Kapitän mit einem Schiff unerlaubt in die italienischen Gewässer fährt.

    Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) zeigte sich besorgt über das Gesetz. Der Organisation zufolge könne die Verhängung von Geldstrafen und anderer Sanktionen gegen Schiffskapitäne die Seenotrettung der privaten Helfer im Mittelmeer behindern oder gar verhindern. Das Engagement der NGOs solle nicht kriminalisiert oder stigmatisiert werden.

    mo/sb/rtr

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Seenot, Migration, Angela Merkel