20:11 21 November 2019
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    30 Jahre Mauerfall – Große Festwoche in Berlin

    © Foto : Beta Room/Stefan Vincent
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    Unter dem Motto „30 Jahre Friedliche Revolution – Mauerfall“ veranstaltet die Stadt Berlin im November eine Festivalwoche. Das Programm wurde am Montag in der Gethsemanekirche im Stadtteil Prenzlauer Berg von Bürgermeister Michael Müller und Marianne Birthler, der ehemaligen Stasi-Beauftragten, vorgestellt.

    Höhepunkt der Festivalwoche wird am 9. November eine live im ZDF übertragene Festveranstaltung und Bühnenshow am Brandenburger Tor sein. Geladen sind Zeitzeugen und Akteure der „Friedlichen Revolution“ vor 30 Jahren. Für das Rahmenprogramm sorgen internationale Stars wie der Dirigent Daniel Barenboim oder DJ Westbam. Dem Festakt soll sich eine „Europäische Clubnacht“ in 27 Berliner Clubs anschließen.

    Ein weiterer Höhepunkt dürfte das Konzert der amerikanischen Musikikone Patti Smith in der Gethsemanekirche werden. Smith wird unter dem Motto „Mauern werden einstürzen“ ein exklusiv für diesen Abend konzipiertes Konzert geben.

    Der Regierende Bürgermeister Berlins, Michael Müller, bezeichnete auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Festwoche den Mauerfall als „einen der glücklichsten Tage in unserer Geschichte“.

    Marianne Birthler, bis 2011 Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, unterstrich die Bedeutung der Gethsemanekirche als Treffpunkt der DDR-Opposition. Den 9. November bezeichnete Birthler als „Weltdatum“.

    Nicht nur ein Festtag, sondern eine Festwoche

    Insgesamt wird es fast eine Woche lang, vom 4. bis 10. November, mehr als einhundert Veranstaltungen, Workshops, Filmreihen, Zeitzeugengespräche und Open-Air-Ausstellungen geben, und zwar an sieben Orten der Stadt, die historisch eine wichtige Rolle gespielt haben. Dies sind neben der Gethsemanekirche der Alexanderplatz, der Schlossplatz, das Brandenburger Tor, der Kurfürstendamm, die Stasi-Zentrale und die East Side Gallery. An diesen Originalschauplätzen der „Friedlichen Revolution“ wird es großflächige 3D-Videoprojektionen geben, die die Besucher in die damalige Zeit versetzen sollen. So soll an der Fassade des jetzigen Stadtschlosses der Palast der Republik, in dem die Volkskammer, das Parlament der DDR, tagte, wieder auferstehen. Auf dem Alexanderplatz fand am 4. November die bis dato größte Demonstration der DDR statt, mit geschätzt einer halben Million Teilnehmern.

    Hier wird es Installationen und Führungen geben. Das Brandenburger Tor als zentraler Ort und Symbol der Teilung Berlins steht im Mittelpunkt der Festwoche. Aber auch der Ku'Damm in West-Berlin, wo in der Nacht des 9. Novembers 1989 Menschen aus Ost und West gemeinsam feierten, wird eingebunden werden. Genauso wie die Stasi-Zentrale in Berlin-Lichtenberg, die am 15. Januar 1990 von Demonstranten gestürmt wurde, und die „East Side Gallery“, das längste zusammenhängend erhaltene originale Teilstück des früheren tief gestaffelten Sicherungskomplexes Berliner Mauer ist, das, von Künstlern aus aller Welt bemalt, heute eine Art Freilicht-Ausstellung darstellt.

    Ab sofort steht unter www.mauar.berlin eine App zum Download bereit, mit deren Hilfe die 160 Kilometer Berliner Mauer in 3D virtuell noch einmal nacherlebbar sein sollen. Über eine integrierte Karte soll auch der genaue Verlauf der Mauer durch und um Berlin herum nachgezeichnet werden.

    Im Moment gibt es auch einen Aufruf, seine persönlichen Erinnerungen an den 9. November mitzuteilen. Ziel ist es, 30.000 dieser Botschaften und Erinnerungen in der Festwoche am Brandenburger Tor als Teil einer Kunstinstallation über der Straße des 17. Juni schweben zu lassen.

    Der komplette Veranstaltungskalender der Festwoche, deren Gestaltungskosten sich auf etwa 10 Millionen Euro belaufen, wird ab September auf www.mauerfall30.berlin einsehbar sein.

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    Mauerfall-Jahrestag, 30 Jahre Mauerfall, Jahrestag, Mauerfall, DDR