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08:16 19 September 2019
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    Alaa S. vor Gericht am 22. August 2019

    Chemnitz-Prozess: Angeklagter bekommt neuneinhalb Jahre Haft

    © REUTERS / Matthias Rietschel/Pool
    Gesellschaft
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    Im Fall eines tödlichen Messerangriffs letzten August im sächsischen Chemnitz ist der 24-jährige Alaa S. am heutigen Donnerstag zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

    Das Landgericht Chemnitz sprach den Syrer am Donnerstag in Dresden wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig.

    Nach 19 Verhandlungstagen war die Kammer davon überzeugt, dass Alaa S. am 26. August 2018 in Chemnitz gemeinsam mit einem flüchtigen Iraker den 35-jährigen Daniel H. erstochen hat. Der mutmaßliche Mittäter ist weltweit zur Fahndung ausgeschrieben.

    Der nun verurteilte Syrer hatte in der gesamten Verhandlung zu den Vorwürfen gegen ihn geschwiegen. In einem am Dienstag ausgestrahlten Telefoninterview des ZDF-Magazins „Frontal21” hatte er zwar seine Unschuld beteuert - diese Aussagen hatten nach Gerichtsangaben aber keinen Einfluss auf die Urteilsfindung. Dafür seien laut Strafprozessordnung allein die im Laufe der Verhandlung durch die Kammer gewonnenen Erkenntnisse entscheidend, hatte es geheißen.

    In seinem letzten Wort vor Gericht sprach sich der Angeklagte am Donnerstag für ein faires Urteil aus.

    „Ich kann nur hoffen, dass hier die Wahrheit ans Licht gebracht wird und ein gerechtes Urteil gesprochen wird”, ließ der Syrer durch einen Dolmetscher übersetzen.

     Kurz nach der Verurteilung ihres Mandanten legten die Verteidiger Rechtsmittel ein. Anwalt Frank Wilhelm Drücke bezeichnete das Urteil als „falsch”. Wegen der Revision der Verteidiger wird der Schuldspruch der Chemnitzer Richter nun zunächst nicht rechtskräftig.

    Fall Chemnitz

    In der Folge der Messerattacke war es im vergangenen Jahr in der Stadt zu rassistisch motivierten Übergriffen gekommen, die mehr als das Verbrechen selbst auch auf internationaler Ebene ein Schlaglicht auf Chemnitz warfen. Bilder von rechten Demonstrationen, Aufmärschen von Neonazis und Fußball-Hooligans, von Übergriffen sowie dem Zeigen des Hitlergrußes in zahlreichen Fällen gingen um die Welt.

    msch/dpa

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