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10:28 15 Oktober 2019
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    Schatten der Menschen in Berlin (Symbolbild)

    „Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts“: Jahresgutachten des paritätischen Verbands

    CC BY 2.0 / Georgie Pauwels / shadow audience
    Gesellschaft
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    Am Donnerstag erschien das Jahresgutachten des sozialen Verbands „Der Paritätische“. In diesem wurde soziale Sicherheit und Zusammenhalt überprüft und evaluiert. Der Verband stellte mehrere Forderungen, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken sollen.

    Der Paritätische Wohlfahrtsverband veröffentlichte am Donnerstag sein jährliches Gutachten zur sozialen Lage Deutschlands. Darin formulierte er mehrere Forderungen zum Erhalt eines gesellschaftlichen Zusammenhalts, der gefährdet sei. In der Bestandsaufnahme berichtet Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, dass die positiven wirtschaftlichen Entwicklungen von schwerwiegenden sozialen Problemen überschattet werden.

    Einkommenszuwächse würden beispielsweise äußerst ungleich verteilt werden, was dazu führe, dass die Vermögenskonzentration eine Spreizung nehme. So „eine immer tiefer werdende Kluft zwischen Arm und Reich“ verursache somit eine Gefährdung des sozialen Zusammenhalts. Ein weiteres Problem sei Deutschlands Niedriglohnsektor, der ebenfalls schwächend auf den Zusammenhalt wirkt. Außerdem nennt Rosenbrock die massiven Defizite der Infrastruktur: „Statt kurzer Wege für ein gutes Leben für alle überall, fehlt es in vielen Regionen an adäquater Infrastruktur.“

    Die Forderung des Paritätischen Gesamtverbundes sei eine Reform der sozialen Sicherheitspolitik. Rosenbrock redet von einer Spaltung, die in vielen Ansichten noch vorhanden ist:

    „Annähernd drei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer ist unser Land immer noch vielfach gespalten: zwischen Arm und Reich, Alt und Jung, zwischen den Geschlechtern, zwischen den Einheimischen und Zugewanderten, Ost und West und zwischen abgehängten und prosperierenden Regionen.“

    Die starken regionalen Unterschiede müssen behoben werden und soziale Sicherheitssysteme sollen wieder funktionsfähig werden. Auch wenn die Bundesregierung einige Gesetzte realisiert habe, die der Paritätische Verband begrüßt, so sind die Ansätze zu „rigide“ und die Voraussetzungen „zu klein dimensioniert“. Weiter nennt Rosenbrock einige Bestandteile, die in seinen Augen erforderlich sind für eine soziale Sicherheitspolitik: Darunter eine existenzsichernde Kindergrundsicherung und eine Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro.

    Der Paritätische spricht sich zu dem für den Vorrang von Gemeinnützigkeit aus. „Es gibt Bereiche, in denen haben Profitinteressen nichts verloren“, so Rosenbrock. Die Forderung beinhaltet einen Vorrang für gemeinnützige Dienste und Einrichtungen bei gleichen leistungsfähigen Akteuren. Zuletzt forderte der Paritätische „eine steuerpolitische Kehrtwende“, sodass große Vermögen mehr zur Finanzierung des Sozialstaats herangezogen werden als bisher.

    Der paritätische Verband ist ein Wohlfahrtsverband sozialer Bewegungen. Auf ihrer Webseite beschreiben sie die Chancengleichheit, die Pluralität und das mitbürgerliche Engagement als ihre Prinzipien.

    lm

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    Tags:
    Sicherheit, Reform, Mauerfall, Unterschiede, Lohn, Deutschland