20:37 14 November 2019
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    Greta Thunberg verlässt das UN-Hauptquartier in New York am 30. August 2019

    „Anderssein ist eine Superkraft“: Klima-Ikone Greta Thunberg antwortet ihren Kritikern

    © AFP 2019 / BRYAN R. SMITH
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    Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat auf sozialen Netzwerken Stellung zu gegen sie gerichteten Kritik und Hasskommentaren genommen.

    Die 16-jährige Ikone der Klimaschutzbewegung erhält viel Zuspruch weltweit für ihre Tätigkeit, muss aber laut Medienberichten auch viele verbale Angriffe gegen sich ertragen. Nicht nur ihre Ansichten, sondern auch ihr Aussehen, Auftreten und ihre mentale Verfassung sollen kritisiert und verhöhnt worden sein. Unter anderem bezeichnete der AfD-Politiker Andreas Kalbitz die Aktivistin Medien zufolge als „zopfgesichtiges Mondgesicht-Mädchen“.

    „Wenn die Kritiker dein Aussehen und dein Anderssein angreifen, bedeutet das, dass sie keinen Ausweg mehr haben. Dann weißt du, dass du gewinnst!“, schrieb Thunberg am Samstag auf Instagram und Twitter.

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    Die Aktivistin spricht offen über ihr Asperger-Syndrom und macht das eigenen Angaben zufolge nicht, um sich hinter der Diagnose zu „verstecken“, sondern weil „viele Unkundige sie immer noch als ‚Krankheit‘ oder etwas Negatives sehen“.

    „Ich habe Asperger und das bedeutet, dass ich manchmal ein wenig anders bin als die Norm. Und unter den richtigen Umständen ist Anderssein eine Superkraft“.

    Die Diagnose habe sie früher eingeschränkt. Bevor Thunberg mit den Schulstreiks begonnen habe, habe sie „keine Energie, keine Freunde“ gehabt und „mit niemandem“ gesprochen. Sie habe „einfach alleine zu Hause“ gesessen und eine „Essstörung“ gehabt.

    „All das ist nun vorbei, seitdem ich eine Bedeutung gefunden habe, in einer Welt, die so vielen Menschen manchmal bedeutungslos erscheint“.

    Fridays for Future

    Greta Tunberg wird in den Medien als Gründerin und Ideologin der FridaysForFuture-Bewegung genannt. Sie hatte im Sommer 2018 angefangen, jeden zweiten Freitag, anstatt die Schule zu besuchen, Einzelproteste vor dem schwedischen Parlament durchzuführen.

    Nachdem die Medien von dieser Aktion berichteten, fand ihr Apell, „für die Zukunft“ zu streiken, einen immer breiteren Zulauf. Als Zeitpunkt des Durchbruchs wird ihr Auftritt bei der TEDx-Konferenz in Stockholm genannt. Das Video wurde viral und inzwischen über eine Million Mal angeschaut.

    Eine Folge dessen war, dass sich seit Anfang 2019 weltweit Tausende Schüler vor allem in den westlichen Ländern Gretas Klimademos unter dem Slogan „Fridays for Future“ (zu Deutsch: „Freitage für die Zukunft“) anschlossen. Das Leitmotiv: Die gegenwärtigen Politiker würden zu wenig für den Klimaschutz tun.

    Mit der Segeljacht in die USA

    Thunberg trat bereits im Europäischen Parlament, beim Uno-Klima-Gipfel und in Davos mit einer Rede auf. Derzeit ist die Aktivistin in New York, wo sie am Mittwoch nach einer zweiwöchigen Reise auf einer Segeljacht angekommen ist. Die 16-Jährige verzichtet auf Flugreisen, weil auf diesen besonders viele klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen werden.

    In den Vereinigten Staaten nahm Tunberg bisher an einer Großdemo sowie dem Jugend-Klimagipfel der Vereinten Nationen teil. Im Dezember möchte die Klima-Ikone zur Weltklimakonferenz ins südamerikanische Chile weiterreisen.

    Asperger-Syndrom

    Das Asperger-Syndrom (AS) ist eine Variante des Autismus. Sie grenzt sich von anderen Autismusformen vor allem dadurch ab, dass im Regelfall weder eine Intelligenzminderung noch eine Entwicklungsverzögerung der Sprache vorliegt.

    Merkmale sind Besonderheiten und Schwierigkeiten in der sozialen Interaktion und Kommunikation sowie Unterschiede bei der Wahrnehmung und Reizverarbeitung und häufig außergewöhnliche Interessen und Begabungen.

    Thunberg selbst sagte gegenüber dem britischen Sender BBC, ohne die Erkrankung hätte sie den „Schulstreik fürs Klima“ wohl nie begonnen, schreibt der Sender Ende August auf seiner offiziellen Nachrichtenseite.

    mo/tm

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    Greta Thunberg