00:49 28 November 2020
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    Eine katholische Schule im US-Bundesstaat Tennessee hat der lokalen Zeitung „The Tennessean“ zufolge aus ihrer Bibliothek die „Harry Potter“-Bücher der britischen Schriftstellerin J. K. Rowling entfernt. Die Entscheidung sorgte auf Twitter für erstaunte und spöttische Kommentare.

    Die sieben Bücher der „Harry Potter“-Reihe erzählen die Geschichte des gleichnamigen Zauberschülers im fiktionalen Internat Hogwarts und sind weltweit populär. Aus der Sicht des Pastors der St. Edward Catholic School in der Stadt Nashville, Dan Reehil, ist der Inhalt der Bücher gefährlich.

    „Zaubersprüche sind echt“

    In einer E-Mail, die der Zeitung vorliegt, betonte der Geistliche, dass die Zauberei in Rowlings Werken als böse, aber auch als gut dargestellt sei. Diese Vorstellung sei „nicht wahr, sondern eine schlaue Täuschung“.

    Darüber hinaus enthalten die Büchern Zaubersprüche, von welchen aus Reehils Sicht Gefahr ausgeht.

    „Die Flüche und Zaubersprüche sind in diesen Büchern echt und, wenn sie von einem Menschen gelesen werden, besteht das Risiko, dass böse Geister heraufbeschworen werden“, zitiert das Blatt aus der E-Mail des Pastors.

    Die Entscheidung, die „Harry Potter“-Bücher aus der Schulbücherei zu verbannen, wurde laut dem Blatt in Absprache mit Exorzisten in den USA und in Rom getroffen. Die katholische Kirche nehme keine offizielle Position gegenüber den „Harry Potter“-Büchern ein, sagte die Leiterin der katholischen Diözese Nashville, Rebecca Hammel, der Zeitung. Deshalb habe der Pastor der Schule das letzte Wort.

    Netz: „Was ist nur falsch mit uns?“

    Internetnutzer reagierten auf die Entscheidung mit Verständnislosigkeit und Spott. Viele waren bekümmert und erstaunt, dass gegen solche Bücher so vorgegangen werde, die das Lesen für viele Kinder zu einem beliebten Hobby machten.

    „Die Bücher, die bei Millionen Kindern wieder die Liebe zum Lesen hervorgerufen haben“, schrieb die Nutzerin mit dem Nicknamen „Tracey with an e‏“.

    Einige Kommentatoren fanden die Nachricht offenbar merkwürdig vor dem Hintergrund der Debatten über eine mögliche Einschränkung der Waffenverkäufe. Das Thema wird in den Vereinigten Staaten seit den Massakern von El Paso und Dayton laut Medienberichten besonders heftig diskutiert.

    „Bücher verschwinden, Waffen bleiben. Was ist nur falsch mit uns?“, fragte die Userin „PL‏“ rhetorisch.

    „Dieser Mist funktioniert nicht“

    Viele Twitterer sahen die Situation als lächerlich. Kein Zauberspruch aus „Harry Potter“-Büchern funktioniere, sonst hätte man bereits gezaubert, meinte „Ari VanderHouwen“.

    „Ich habe seit 22 Jahren (…) versucht, böse Geister mit Hilfe von Harry-Potter-Büchern heraufzubeschwören. Ich sage Euch, dieser Mist funktioniert nicht“, scherzte der Twitterer unter dem Namen „Doktor Ross Sewage“.

    Attentate in El Paso und Dayton

    Am 3. August hatte ein 21-Jähriger in einem Supermarkt in der Stadt El Paso (Texas) an der mexikanischen Grenze 22 Menschen erschossen und 24 verletzt. Unter den Todesopfern waren acht Mexikaner und ein deutscher Staatsbürger. Der Täter konnte festgenommen werden. Nur wenige Stunden nach dem Attentat kam es zu einer Schießerei vor einer Bar in Dayton (Ohio). Neun Menschen wurden dabei getötet.

    mo/gs/dpa

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    Tags:
    Harry Potter, USA