00:28 15 November 2019
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    Campingplatz in Lügde

    Missbrauchsfall Lügde: Haftstrafen gegen zwei Täter verhängt

    © AFP 2019 / GUIDO KIRCHNER
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    Im Prozess um den hundertfachen Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde ist am Donnerstag das Urteil gegen die zwei Hauptangeklagten gefallen.

    Das Landgericht Detmold verurteilte einen der Männer zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren, der andere erhielt 12 Jahre. Darüber hinaus wurde die anschließende Sicherungsverwahrung angeordnet.

    Auf einem Campingplatz im ostwestfälischen Lügde sollen die beiden – der 56-jährige Andreas V. und der 34-jährige Mario S. –  jahrelang in mehreren Hundert Fällen insgesamt 34 Kinder schwer sexuell missbraucht haben. Der Ältere soll dabei laut Anklage in mehr als 200 Fällen in die Körper von Kindern eingedrungen sein, der jüngere in fast 50 Fällen. Einige Opfer sollen zur Tatzeit noch im Kindergartenalter gewesen sein. Die meisten Taten sollen die Männer in der heruntergekommenen Unterkunft von Andreas V. auf dem Campingplatz an der Grenze zu Niedersachsen begangen haben.

    Psychiatrische Einschätzung

    Zu den Opfern des Dauercampers zählte laut Anklage auch ein Mädchen, das als Pflegetochter bei ihm einzog und als Lockvogel diente, um an weitere Opfer zu kommen. Eine Psychiaterin hatte Andreas V. im Prozess als manipulativ, narzisstisch und antisozial beschrieben, mit einer tief verwurzelten Neigung für Kindesmissbrauch.

    Der Prozess hatte vor zehn Wochen Ende Juni begonnen. Aus Opferschutzgründen fand er in weiten Teilen unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Am Rande des Prozesses hatten Nebenklägervertreter von schweren Traumata ihrer Mandanten berichtet.

    Hundertfacher Missbrauch

    Andreas V. wurden rund 290 Missbrauchstaten zur Last gelegt. Mario S. hatte sich laut Anklage in rund 160 Fällen an Mädchen und Jungen vergangen - seit 1999 war er dazu immer wieder zu Gast auf dem Campingplatz, aber auch seine Wohnung in Steinheim bei Höxter soll Tatort gewesen sein. Beide Männer filmten ihre Taten, bei beiden stellte die Polizei insgesamt Tausende Bild- und Videodateien sicher, die sexuelle Gewalt gegen Kinder- und Jugendliche zeigen.

    msch/dpa

     

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    Kinderpornografie, Lügde, Urteil, Missbrauch, sexueller Missbrauch, Kindermissbrauch