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05:56 22 Oktober 2019
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    Ausstellung „Unentdecktes Land“ in Berlin

    Unentdecktes Land: Wie „marode“ war die DDR wirklich?

    © Foto : Lisa Meyer
    Gesellschaft
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    Vom 31. August bis zum 8. September steht mitten in Berlin auf dem Alexanderplatz die Ausstellung „Unentdecktes Land“. Mithilfe von Stellwänden und ausgewählten Informationen zeigt der gleichnamige Verein die übersehenen Werte der DDR. Sputnik führte am Donnerstag ein exklusives Interview mit Ringo Ehlert, dem Presseverantwortlichen des Vereins.

    Eine Woche lang können sich Interessenten die Ausstellung „Unentdecktes Land“ in Berlin am Alexanderplatz ansehen. Die Ausstellung berichtet über Werte und Errungenschaften der DDR, sowie auch über die Probleme des untergangenen sozialistischen Staats. Verlorene Fakten sollen nun die Lücken füllen, die für viele Menschen im Bewusstsein offen blieben. Der Pressesprecher vom Verein „Unentdecktes Land“ Ringo Ehlert erklärt im Sputnik-Interview, was diese Ausstellung und der Verein geleistet haben: „Das Werden, Wachsen und Vergehen der DDR – nochmal konkret nachgeschaut und wissenschaftlich bearbeitet an vielen Quellen.“

    A.R. Penck: Der Übergang, 1963
    © Foto : akg-images/ A.R. Penck / VG Bild-Kunst Bonn, 2019
    Tatsächlich wurden den Organisatoren der Ausstellung nicht alle Informationen geschenkt. Zwei Jahre lang hätten sie einen „Berg von Quellen“ abgearbeitet, so erzählt Ehlert. Auch wenn es einen großen Kanon der wissenschaftlichen Literatur über die DDR gab, so war nicht alles immer komplett ersichtlich. „Manche Bereiche, wie zum Beispiel die Leistungsdaten der Wirtschaft, sind an vielen Ecken zusammengesammelt, wie kleine Mosaiksteinchen.“

    Die übersehenen Werte der DDR

    Oft werde von der DDR behauptet, sie sei marode gewesen oder hätte wirtschaftlich nichts geleistet. Diese Fragen wollte die Ausstellung „Unentdecktes Land“ beantworten. Auf mehreren Stellwänden und in einem Katalog haben sie die Antworten auf diese Fragen geliefert. Ehlert verweist darauf, dass man die Bedeutung und Aufgaben der DDR nicht ohne Kontext sehen dürfe. Nach dem Zweiten Weltkrieg hätte die DDR einen Kernauftrag von den Völkern der Welt erhalten:

    „Einen Zustand zu schaffen, in dem Ausschwitz unmöglich wird. Und das hat die DDR konsequent und radikal gemacht.“

    Außerdem wolle der Verein mit dieser Ausstellung auch die Lebensleistungen dieser Generation würdigen. Denn ihre „Elterngeneration“ hätte viel geleistet in diesen vierzig Jahren.

    Ausstellung „Unentdecktes Land“ in Berlin
    © Foto : Lisa Meyer
    Ausstellung „Unentdecktes Land“ in Berlin

    Die Bemühungen des Vereins haben sich gelohnt: Viele Leute lesen sich die ganze Ausstellung durch. „Wir kriegen auch genug Zuspruch und Dank dafür, dass diese Lücken geschlossen werden“, so Ehlert.

    Die Ziele des Vereins

    Entstanden sei der Verein „Unentdecktes Land“ durch eine Aktion am 9. November 2014. An diesem Datum hängten Menschen ein riesiges Transparent auf dem Berliner Alexanderplatz auf. Mit der Aufschrift: „Diese Grenze wurde aufgehoben, damit wir gemeinsam in den Krieg ziehen“. Im Zuge der Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Einheit hätten sie das positive Fest als Solches nicht hingenommen. Nach dieser Aktion hätten sich die Beteiligten zusammengeschlossen und den Verein gegründet.

    Tatsächlich sieht auch Ehlert die Bemühungen der DDR für verloren an: „Die Berliner Republik hat alle Schutzverträge, die damals gemacht wurden, damit es nie wieder so etwas wie einen Weltkrieg gibt, gebrochen und ist weltweit wieder aktiv.“ Der Verein wolle Konversationen führen und für ein besseres Miteinander nach gewissen Ideen und Werten der DDR werben.

    Das komplette Interview mit Ringo Ehlert zum Nachhören:

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    Tags:
    Berlin, Ausstellung, DDR, Deutschland