04:07 20 September 2020
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    Forscher haben auf dem Gelände eines früheren nationalsozialistischen Arbeitslagers für Roma in Tschechien ein Massengrab freigelegt. Das sogenannte „Zigeunerlager Lety“ bestand von 1940 bis 1943 während der Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

    Im südböhmischen Lety seien anonyme Gräber von Erwachsenen und Kindern entdeckt worden, so das Museum für die Kultur der Roma am Mittwoch. Die Überreste einer Frau mittleren Alters wurden aus einer Anlage, die aus dem Jahr 1943 stammen soll, geborgen. Durch einen DNA-Abgleich mit Verwandten soll nun die Identität der Frau bestimmt werden.

    In den 1970er Jahren wurde auf dem Gelände ein Schweinemastbetrieb errichtet. Nach jahrelangen Protesten von Bürgerbewegungen wurde dieser im März 2018 geschlossen.

    Cenek Ruzicka, ein Vertreter der Hinterbliebenen, zeigte sich erleichtert, dass die Lage der Gräber nun zweifelsfrei bekannt sei. Es gelte, den Ort pietätvoll zu gestalten und Kreuze zu errichten, denn die Opfer seien Christen gewesen. Geplant sei nun die Errichtung einer Gedenkstätte für die Opfer des Porajmos, des Völkermords an den europäischen Roma.

    Das sogenannte „Zigeunerlager Lety“ bestand von 1940 bis 1943 während der Zeit der deutschen Besatzung Tchechiens im Zweiten Weltkrieg. Mehr als 300 internierte Roma starben unter unmenschlichen Bedingungen, Hunderte weitere wurden in das deutsche Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet.

    ba/dpa

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    Tags:
    Zweiter Weltkrieg, Tschechien, Roma, Gräber, KZ, Deutschland