07:29 11 Dezember 2019
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    Proteste der Klimaaktivisten in Berlin (Archiv)

    Greta Thunberg in USA bisher wenig erfolgreich – Kampf um Deutschland nicht aufgegeben

    © AFP 2019 / Monika Skolimowska / dpa
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    Die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg versucht seit Anfang September, die Amerikaner zu ihrem Klima-Glauben zu bekehren. In Deutschland dagegen ist die Fridays for Future-Bewegung schon ganz stark - und plant am 20. September neue bundesweite Proteste.

    Am heutigen Freitag eroberten zahlreiche AktivistInnen der Klimabewegung die Straßen von Frankfurt am Main - wo bereits die Automesse IAA19 stattfindet. Zugleich hat der Chef des Verbandes der Automobilindustrie und Kritiker der verschärften Klimaziele, Bernhard Mattes, seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt.

    Ob der Druck der SchülerInnen wirklich dazu beigetragen hat? Das mindestens glauben die jungen Demonstranten. Die Sommerpause ist vorbei, das heißt, eine neue Protestwelle darf in einer Woche wieder stattfinden. Da am 20. September die Bundesregierung über die nächsten Schritte in der Klimapolitik entscheiden wird, hoffen die AktivistInnen, diese „zum notwendigen Handeln zu treiben“. Rund 410 Demos werden bundesweit geplant - und von ihrer Anführerin, die derzeit in den USA um Aufmerksamkeit für ihre Ziele kämpft, nun gebilligt. Allerdings zeigen die Ostdeutschen etwas weniger Interesse an der Aktion als die westdeutschen. 

    Organisiert wird der Streik über das entsprechende zivilgesellschaftliche Bündnis, unterstützt von Dutzenden Organisationen wie etwa dem Bund für die Umwelt und Naturschutz Deutschland, Amnesty International, der Evangelischen Kirche und der Organisation für die Notrettung von Flüchtlingen, Sea Watch.   

    Dies macht Greta Thunberg in den USA

    Seit gut zwei Wochen ist die schwedische Klima-Ikone in den USA, nachdem sie Mitte August mit einem emissionsfreien Segelboot in See gestochen war. Im Geburtsort der liberalen Demokratie ist sie bisher wenig bekannt, obwohl sie vor einigen Monaten auf dem Cover des „Time Magazine“ aufgetaucht war. Das will sie in den nächsten Monaten ändern. 

    Bisher hat sie bei den kleineren Schulstreiks in New York mitgemacht, war bei der Talkshow Democracy Now sowie bei einer Podiumsdiskussion mit der Journalistin Naomi Klein zu hören. Am Donnerstag versuchte sie noch bei der „Daily Show“ des Kabarettisten Trevor Noah, die Amerikaner für die Sache Klimawandel zu begeistern. Die Show gilt zwar als Nachrichtensatire, doch die junge Frau blieb äußerst ernst. Auf die Frage, was die Leute gegen den Klimawandel tun könnten, antwortete sie, man müsse sich informieren und politisch engagieren, sich so Gehör verschaffen und den Politikern keine Chance mehr geben, das Thema zu ignorieren. An der Klimadebatte in den USA bemängelte sie etwas enttäuscht, dass der Klimawandel hier eine Frage des Glaubens sei und kein Fakt.

    Ein ganz großer Auftritt ist für Thunberg bisher bei dem UN-Klimagipfel zwischen dem 21. und dem 23. September in New York geplant.  Danach wird sie sich auf den Weg nach Chile machen, wo im Dezember die alljährliche UN-Klimakonferenz stattfinden soll.

    lk/mt

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    Tags:
    Greta Thunberg, „Fridays For Future“, Fridays For Future