Widgets Magazine
06:18 13 November 2019
SNA Radio
    Pawel Ustinow

    Schauspieler in Moskau nach Demos zu 3,5 Jahren Haft verurteilt

    © Sputnik / Witalij Beloussow
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    3512516
    Abonnieren

    Ein Moskauer Gericht hat den 23-jährigen Schauspieler Pawel Ustinow zu 3,5 Jahren Haft verurteilt, weil er während nicht sanktionierten Protesten in der russischen Hauptstadt einen Polizisten angeblich verletzt hatte. Der Beamte erlitt eine Auskugelung des Schultergelenks und musste im Krankenhaus behandelt werden.

    Den Gerichtsunterlagen zufolge nahm der Sergeant der Polizei, Alexander Ljagin, Ustinow am 3. August fest, weil der „gegen die öffentliche Ordnung verstieß und sich aktiv an den Unruhen beteiligte“. Ustinow leistete demnach Widerstand, wodurch Ljagin verletzt wurde und laut eigenen Angaben 20 Tage im Spital verbringen musste.

    Ustinow bestritt, an dem Protest teilgenommen zu haben. Er sagte, er sei durch Zufall in der Nähe der Demonstrationen gewesen und hatte vor einer U-Bahn-Station auf einen Freund gewartet, als er von der Polizei angesprochen wurde. Er wies außerdem den Vorwurf zurück, dass er jemanden verletzt habe.

    Zuvor hatten fünf Menschen Haftstrafen wegen Gewalttätigkeit und öffentlicher Unruhe bei Demos vor den Regionalwahlen in Moskau erhalten. Darüber hinaus muss der Blogger Wladislaw Siniza fünf Jahre im Gefängnis verbringen, weil ein von ihm im Internet veröffentlichtes Posting nach Ansicht der Ermittler Aufrufe zu Gewalt gegen Kinder von Bereitschaftspolizisten enthielt.

    Proteste vor Regionalwahlen in Moskau

    Mitte Juli begann in Moskau eine Welle von illegalen Protesten, nachdem die Behörden oppositionelle Politiker von der Teilnahme an den Regionalwahlen am 8. September ausgeschlossen hatten. Grund für den Ausschluss war, dass die Politiker nicht genug Unterschriften für ihre Eintragung als Kandidaten gesammelt hatten.

    Bei den nicht genehmigten Kundgebungen nahm die Polizei Hunderte Menschen fest. Inmitten dieser Proteste gab die Moskauer Regierung grünes Licht für zwei Kundgebungen mit 100.000 registrierten Teilnehmern. Nach Angaben der Polizei nahmen rund 20.000 Menschen an den Kundgebungen teil, während die Organisatoren behaupteten, rund 50.000 Demonstranten wären bei den Veranstaltungen dabei gewesen.

    Russlands Präsident Wladimir Putin erklärte zu den Demonstrationen, die Bürger hätten das Recht auf friedliche Proteste, und die Behörden müssten dieses Recht achten. Er fügte jedoch hinzu, dass Gesetze nicht verletzt werden dürfen und niemand das Recht habe, zu Gewalt zu greifen.

    msch/sb/sna/rtr

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren