18:07 05 Dezember 2019
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    Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Archivbild)

    „Nein, wir haben deine Jugend nicht zerstört“: Palmer widerspricht Greta Thunberg

    CC BY-SA 2.0 / Bündnis 90/Die Grünen Baden-Württemberg / Florian Freundt
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    Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat auf Facebook der 16-jährigen schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg nach deren gefühlvollen Rede vor den Vereinten Nationen widersprochen.

    Der Grünen-Politiker lobte die 16-Jährige für den „unschätzbaren Dienst“, die sie der Welt erwiesen habe. Thunberg habe es „fast alleine geschafft“, den Klimaschutz „in Politik und Gesellschaft endlich zu dem zu machen, was er bei nüchterner Betrachtung ist: Das größte Problem der Menschheit im 21. Jahrhundert“.

    Allerdings konterte Palmer den Vorwürfen, die die Klimaaktivistin den Staats- und Regierungschefs der Welt machte. Sie „versagen dabei, die Rechte der Kinder zu schützen, indem sie weiter nichts gegen die Klimakrise unternehmen“, und hätten ihre Kindheit mit „leeren Worten gestohlen“, sagte Thunberg am Montag in New York.

    „Nein, wir haben deine Jugend nicht zerstört. Wir haben eine Welt erschaffen, die bessere Lebenschancen für junge Menschen bietet als jemals zuvor in der Geschichte“, so Palmer.

    „Wir dürfen nicht in Panik geraten“

    Es gebe weniger unterernährte Menschen weltweit, Krankheiten wie Pocken und Pest seien ausgerottet, weniger Kriegsopfer seien zu beklagen, die Lebenserwartung sei gestiegen und die Kindersterblichkeit deutlich gesunken, hob Tübingens OB hervor.

    Diese Leistungen seien die Frucht von planvollem Handeln in komplexen und vernetzten Systemen. Staaten, Institutionen und Firmen arbeiten laut Palmer Hand in Hand für bessere Lebensbedingungen der Menschen. In Bezug auf den Klimawandel müsse man zwar „sofort und entschieden handeln, statt weiter zu schlafen“.

    „Aber wir dürfen nicht in Panik geraten, weil wir dann die Strukturen zerstören, denen die Mehrheit der Menschheit ihr Leben verdankt und die wir auch brauchen, um den Klimawandel zu stoppen“.

    Seit ihrer Ankunft in New York beteiligt sich Greta Thunberg an zahlreichen Klima-Protesten in der Stadt. Am Samstag nahm sie am Uno-Jugendklimagipfel teil. Am Montag reichte sie zusammen mit 15 weiteren jungen Umwelt-Aktivisten eine Beschwerde beim Kinderrechtsausschuss der Vereinten Nationen ein. Darin werfen sie den UN-Mitgliedsstaaten vor, nicht genug gegen den Klimawandel zu unternehmen und somit gegen die vor 30 Jahre verabschiedete UN-Kinderrechtskonvention zu verstoßen, wie das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Montag mitteilte.

    mo/ea

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    Greta Thunberg, Boris Palmer