17:55 21 November 2019
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    Dieter Nuhr, 2017

    „Was ich an deutschen wohlhabenden Männern hasse“: ARD-Komiker erntet Shitstorm wegen Greta-Kritik

    CC BY-SA 3.0 / Euku / Wikimedia Commons
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    Wegen seiner skurrilen Äußerungen gegen Klimaaktivistin Greta Thunberg und ihre Bewegung wird Komiker Dieter Nuhr nun in sozialen Netzwerken verbal angegriffen. Der 58-Jährige ging in seiner ARD-Sendung „Nuhr im Ersten“ Witze auf die Fridays-for-Future-Demonstrationen ein.

    „Ich bin gespannt, was Greta macht, wenn es kalt wird? Heizen kann es ja wohl nicht sein <...> Ich werde, wenn meine Tochter auch zu den Freitagsdemonstrationen geht, im Kinderzimmer nicht mehr heizen“, sagte Nuhr unter anderem in der Sendung. Im gesamten Erziehungsapparat dieses Landes sei niemand, der wüsste, was Wirtschaft bedeute. „Und jetzt sagt Greta, how dare you [Wie könnt ihr es wagen?], bloß wegen der Wirtschaft hat sie gesagt, wegen Nahrung, Kleidung, Heizung und so weiter. Wenn unsere Kinder meinen, wir können unsere Welt mit Sonne und ein bisschen Wind antreiben, dann sollten wir ihnen ein Hamsterrad mit Dynamo ins Kinderzimmer stellen. Da können sie auch ihre Handys aufladen.“ 

    Ansatz für die Kritik von Dieter Nuhr sind die Äußerungen von Thunberg beim UN-Klimagipfel. Die junge Schwedin hatte da vehement die führenden Politiker mit den Worten „How dare you?“ angesprochen. Jedoch gingen Nuhrs Äußerungen vielen Zuschauern offenbar zu weit – nun attackieren sie Nuhr in sozialen Netzwerken. 

    Wie geschmacklos ist das denn bitte. Es tut mir fast körperlich weh, dass ich mit meinen Gebühren Ihre Show mitfinanzieren muss“, schrieb der als Einkaufsleiter und Kommunikationssprecher der Bewegung „Parents for Future“ bekannte Michael Flammer auf Twitter und fand sofort viel Zuspruch. 

    Für ihn sei Nuhrs Rhetorik keine Satire mehr, sondern reine Meinungsmache. Ein anderer Zuschauer unter dem Namen „GGlaser“ schrieb, dem Komiker gehe es lange „nur noch um billige, rechtspopulistische Stimmungsmache (Muslime, Klima etc), mit der er sein zunehmend primitiver werdendes Publikum bespaßt.“ Der TV-Produzent Hartmut Klenke twitterte seinerseits: „Dieter Nuhr ist ein reaktionärer Dummschwätzer. Das war er schon immer. Früher hat er das nur etwas besser verpackt.“ Der Nutzer „Taugers“ kommentierte,  Nuhr verkörpere alles das, „was ich an deutschen (relativ) wohlhabenden Männern hasse“.

    Viele Zuschauer raten dem Satiriker, die Fresse zu halten,  wo man keine Ahnung habe.  

    Es meldeten sich aber auch diejenigen, die die angesagte Satire befürworten. So verwies der Journalist Frank Lübberding auf die Grenzen des Hypes rund um die schwedische Klimaaktivistin. 

    Wie weit jede einzelne Äußerung Thunbergs derzeit für die öffentliche Aufmerksamkeit sorgt, zeigt ein Vorfall mit ihrem Twitt vom Samstag. Die 16-Jährige Schwedin hatte auf Twitter das Video eines Nutzers geteilt, das ihre Ansprache als schwedische Metal-Version zeigt - inklusive eines gebrüllten „Wie könnt ihr es wagen!“. Dazu schrieb Thunberg: „Ich bin mit diesem Klima-Ding durch ... Von jetzt an werde ich nur noch Death Metal machen!“ Das Posting sammelte bereits über 420.000 Likes und war von mehreren Medien, darunter von der „Welt“ und dem „Stern“, gefeiert worden.

    lk/mt

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    Tags:
    Klimawandel, Die Grünen, Fridays For Future, Greta Thunberg