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06:15 22 Oktober 2019
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    Polizeieinsatz nach der tödlichen Schießerei in Halle am 9. Okotber 2019

    Schießerei vor Synagoge in Halle, mindestens zwei Opfer tot – einer der Täter gefasst

    © REUTERS / Marvin Gaul
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    Synagogenanschlag in Halle (29)
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    Die Schießerei war nahe einer Synagoge im Paulusviertel, einer nördlichen Vorstadt von Halle, stattgefunden. Die Polizei empfahl den Einwohnern, sich in sicheren Orten aufzuhalten oder in ihren Wohnungen zu bleiben. Die Angreifer waren schwer bewaffnet gewesen.

    Wie die Polizei mittlerweile bestätigt, wurden mindestens zwei Menschen von bewaffneten Angreifern nahe der größten Synagoge von Halle getötet. Einer der Täter konnte festgenommen werden.

    Nach Informationen der „Bild”-Zeitung wurde auf den Jüdischen Friedhof nahe einer Synagoge eine Granate geworfen. Es handelt sich um die zentrale Synagoge der Stadt.

    Die Täter waren mit einer Maschinenpistole bewaffnet und haben mehrere Schüsse abgefeuert, dabei eine Frau erschossen und mehrere Personen verletzt. Danach war mindestens ein Schütze auf der Flucht in Richtung Leipzig unterwegs.

    ​Der Hauptbahnhof Halle ist derzeit wegen des Polizeieinsatzes gesperrt.

    ​Laut der „MZ” verlegt die Polizei derzeit alle Polizeieinheiten nach Halle. Man gehe von einer „besonderen Lage” aus. Die Täter sollen zudem in Kampfanzügen unterwegs sein.

    Die Stadt Halle/Saale spricht nach den tödlichen Schüssen von einer Amoklage.

    „Im Zusammenhang mit einer Amoklage hat Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand den Stab für Außergewöhnliche Ereignisse einberufen”, teilt die Stadt mit.

    Alle Rettungskräfte der Feuerwehr seien in Alarmbereitschaft versetzt worden.

    Einer der Täter gefasst

    Laut Polizeiangaben konnte einer der Täter gefasst werden.

    „Bleiben Sie trotzdem weiterhin wachsam”, schreibt die Polizei.

    „Wir sind mit starken Kräften in und um Halle präsent und stabilisieren die Lage, bis alle Informationen gesichert vorliegen.”

    ​Wie ein Augenzeuge gegenüber Medien erklärte, sahen die Angreifer „fast wie Polizisten” aus. Sie hätten Kampf- und Schutzausrüstung bei sich gehabt und seien tatsächlich schwer bewaffnet gewesen.

    ​​Augenzeugen sollen zudem berichtet haben, dass sich ein Mann an der Tür der Synagoge zu schaffen gemacht habe. Danach soll er auf eine Passantin geschossen haben.

    Zweite Gefahrenmeldung herausgegeben

    Mittlerweile sei eine zweite Gefahrenmeldung für Landsberg herausgegeben worden, berichtet der MDR unter Berufung auf die Polizei. Landsberg befindet sich etwa 10 Kilometer entfernt von Halle. 

    Die Polizei bestätigte, dass es auch dort zu Schüssen gekommen war.

    Reaktion der Bundesregierung

    Mittlerweile hat auch die Bundesregierung entsetzt auf die tödlichen Schüsse von Halle reagiert und sich bestürzt gezeigt.

    Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am Mittwoch von „schrecklichen Nachrichten”. Es sei entsetzlich, dass es zwei Tote gebe.

    Er hoffe sehr, „dass die Polizei den Täter oder die Täter möglichst schnell fassen kann und kein weiterer Mensch in Gefahr kommt”.

    Es sei nun ganz wichtig, dass die Bevölkerung den Anweisungen der Polizei Folge leiste.

    Laut dem „SPIEGEL” übernimmt nun der Generalbundesanwalt die Ermittlungen zu diesem Anschlag.

    Angriff am höchsten jüdischen Feiertag

    Der Angriff hat sich zur Zeit von Jom Kippur ereignet. Es ist der höchste jüdische Feiertag. In diesem Jahr wird Jom Kippur am 8. und 9. Oktober gefeiert.

    Jom Kippur wird von einer Mehrheit der Juden, auch nicht religiösen, in mehr oder weniger strikter Form eingehalten.

    Die konkreten Hintergründe und die Motive für die Tat bleiben derzeit unklar.

    ng/

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