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00:09 23 Oktober 2019
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    Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed wird am 24. Januar 2019 vom Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker in Brüssel begrüßt. Ahmed erhielt den Friedensnobelpreis für seine Bemühungen, den Konflikt seines Landes mit dem erbitterten Feind Eritrea zu lösen.

    Friedensnobelpreis geht an äthiopischen Regierungschef

    © AFP 2019 / EMMANUEL DUNAND
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    Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt.

    Der diesjährige Friedensnobelpreis geht an den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. Das gab das norwegische Nobelkomitee am Freitag in Oslo bekannt. 2018 vereinbarterte Abiy Ahmed nach jahrzehntelanger Feindseligkeit die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen Äthiopien und Eritrea. In seinem Land hat Abiy seit seinem Amtsantritt im April 2018 Tausende Dissidenten freigelassen und korrupte Beamte entlassen. Im Nachbarland Sudan engagierte er sich als Vermittler zwischen dem regierenden Militärrat und Demokratieaktivisten nach dem Sturz des dortigen Machthabers Omar al-Bashir.

    Damit ist trotz der Erwartungen der meisten Buchmacher ein anderer Kandidat ausgezeichnet worden. Im Countdown zum Preis galt eigentlich die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg als aussichtsreichste Anwärterin auf die Auszeichnung. Mit 16 Jahren wäre sie nach der Pakistanerin Malala Yousafzai, die den Preis 2014 im Alter von 17 Jahren erhielt, die jüngste Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte gewesen. Anfang Oktober bekam sie übrigens den Internationalen Kinder-Friedenspreis.

    Laut dem Nobelkomitee in Oslo gingen für den Friedensnobelpreis dieses Jahr 301 Nominierungen ein, 223 für Persönlichkeiten und 78 für Organisationen. Die eigentlichen Kandidaten gab das Büro nicht bekannt, doch mehrere Buchmacher und Zeitungen wie „Times“ verwiesen zugleich auf die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern, die bei den tödlichen Angriffen auf die Moscheen in Christchurch trotz wachsender Islamfeindlichkeit demonstrativ ihre Anteilnahme für die Opfer bewies, sowie auf den äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed. Die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ sowie das internationale Bündnis „Control Arms Coalition“ waren weitere Top-Anwärter auf die renommierte Auszeichnung. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Papst Franziskus galten ebenfalls als Kandidaten, auch wenn sie nicht zu den Tops zählten.

    Traditionell werden alle Auszeichnungen am 10. Dezember, dem Todestag Nobels, überreicht und  mit jeweils neun Millionen schwedischen Kronen (rund 830.000 Euro) dotiert. Während alle weiteren Preise dann in Stockholm verliehen werden, bekommt ihn der Friedensnobelpreisträger traditionell in Oslo. 2018 waren es die Jesidin Nadia Murad und der kongolesische Arzt Denis Mukwege, die für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt in Konflikten mit einem Friedensnobelpreis geehrt wurden.

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    Tags:
    Äthiopien, Friedensnobelpreis