22:28 14 Dezember 2019
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    Anti-AfD-Demo in Halle am 11. Oktober 2019

    Nach Synagogen-Anschlag: Wahlkampfauftritte in Halle abgesagt

    © REUTERS / HANNIBAL HANSCHKE
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    Synagogenanschlag in Halle (30)
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    Viele Aktionen der Oberbürgermeisterwahl in Halle wurden nach dem Anschlag auf eine Synagoge abgesagt. Die Wahl soll laut Medienberichten trotzdem plangemäß stattfinden.

    Der rechtsextremistische Anschlag überschattete den Endspurt der Oberbürgermeisterwahl in Halle. Viele Aktionen der OB-Kandidaten wurden abgesagt.

    „Die Wahlkampfaktivitäten sind komplett eingestellt“, teilte das Wahlkampfteam von Hendrik Lange (Linke) am Freitag mit, der auch von SPD und Grünen unterstützt wird.

    Ähnlich äußerte sich der Wahlkampfleiter von Andreas Silbersack (FDP), der von der CDU unterstützt wird.

    Der Wahlkampfabschluss auf dem Marktplatz wurde abgesagt. Dort war am Freitagnachmittag eine Demonstration des Bündnisses „Halle gegen Rechts – Bündnis für Zivilcourage“ geplant.

    Der tragische Vorfall habe allerdings keine Konsequenzen für die Oberbürgermeisterwahl am 13. Oktober, schreibt die „Mitteldeutsche Zeitung“ am Donnerstag.

    „Die Wahl findet statt“, zitiert das Blatt den Wahlleiter Egbert Geier.

    Schießerei in Halle

    Der 27-jährige Stephan B. war am Mittwoch festgenommen worden, nachdem vor einer Synagoge in Halle eine 40 Jahre alte Frau und in einem nahe gelegenen Döner-Imbiss ein 20-jähriger Mann erschossen worden waren. Zuvor hatte der Täter vergeblich versucht, die Synagoge mit Waffengewalt zu stürmen. Zu dem Zeitpunkt hielten sich 51 Menschen in dem Gotteshaus auf und feierten das wichtigste jüdische Fest, Jom Kippur.

    Auf der Flucht verletzte der Täter zudem eine 40 Jahre alte Frau und deren 41 Jahre alten Mann mit Schüssen. Nach Erkenntnissen der Ermittler hatte B. vier Schusswaffen und mehrere Sprengsätze bei sich.

    Am Donnerstagabend soll B. in dem mehrstündigen Termin beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs die Tat gestanden und auch ein rechtsextremistisches, antisemitisches Motiv bestätigt haben. Das teilte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft am Freitag auf Anfrage mit.

    mo/ae/dpa

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