22:18 06 Dezember 2019
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    Gegen rechte Gewalt und Ausgrenzung

    Tausende Menschen demonstrieren in Marburg gegen Antisemitismus und rechte Gewalt

    Jens Meyer
    Gesellschaft
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    Rund 3000 Menschen sind am Samstag in Marburg auf die Straße gegangen, um gegen Antisemitismus und rechte Gewalt zu protestieren. Zu dem Trauermarsch anlässlich des Anschlags in Halle hat der Magistrat der Stadt aufgerufen.

    Der Trauermarsch sollte ein Zeichen für Demokratie und Solidarität setzen. Er richtete sich gegen Antisemitismus, Rechtsextremismus, Hetze, Gewalt und Ausgrenzung. Außerdem sollte er die Solidarität mit der Jüdischen Gemeinde zeigen. Die Kundgebung verlief unter dem Motto #wirstehenzusammen, angeführt von dem Marburger Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies.

    „Wir sind erschüttert und verletzt. Unser Mitgefühl gilt den Opfern und allen, die bedroht sind oder sich bedroht fühlen. Sie sollen, Ihr sollt alle wissen: Wir stehen immer an Eurer Seite“, sagte der Oberbürgermeister.

    An die Kundgebung schlossen sich Redebeiträge von Vertretern der Stadt an, die vor einer Synagoge gehalten wurden. In seiner Rede stellte der Oberbürgermeister unter anderem klar, dass derjenige, der Hass und Hetzte predige, Mitverantwortung trage.

    Terroristen entstünden nicht aus dem Nichts, sie seien das Produkt eines Klimas von Hass und Hetze und Menschenfeindlichkeit.  Auch der Täter in Halle sei kein einzelner Täter. Er sei offensichtlich Teil eines wachsenden Netzes von Rechtsradikalen, eines völkischen Diskurses.

    Monika Bund von der Jüdischen Gemeinde Marburg mahnte, die Reaktion auf den Anschlag dürfe keine einmalige Sache sein. Sie rief dazu auf, alltägliche Diskriminierungen, Antisemitismen und Hassworte gegen die eigenen Mitmenschen wahrzunehmen. Rechte Hetze sei keine freie Meinungsäußerung.

    Am Mittwoch hatte ein schwer bewaffneter Deutscher versucht, in die Synagoge in Halle einzudringen, in der rund 50 Gläubige den wichtigsten jüdischen Feiertag Jom Kippur begingen. Als der Plan misslang, erschoss der Täter eine 40 Jahre alte Passantin und einen 20-jährigen Mann in einem Döner-Imbiss. Auf seiner Flucht verletzte er ein Ehepaar mit Schüssen schwer.

    Der 27 Jahre alte Verdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Er hat die Tat gestanden und dabei antisemitische und rechtsextremistische Motive eingeräumt.

    mk/gs

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    Tags:
    Demonstration, Solidarität, Rechtsextremismus