12:16 20 November 2019
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    Besucher bei der Leipziger Buchmesse

    Land der Leseratten: Russlands Stand auf der Frankfurter Buchmesse

    © AFP 2019 / Sebastian Willnow / dpa
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    Das größte Buchfest der Welt startet: Ab Mittwoch präsentiert der Stand Russlands bei der Frankfurter Buchmesse 800 Buchtitel von über 50 Verlagen. Dabei geht es auch um „nichthauptstädtische“ Literatur – etwa vom Ural. Besonders der anstehende 75. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg und der 100. Geburtstag von Daniil Granin werden gewürdigt.

    Der offizielle russische Stand mit einer Fläche von 150 Quadratmetern wird am 16. Oktober feierlich eröffnet. Hier werden etwa 800 Buchtitel von über 50 russischen Verlagen präsentiert. Der russische Stand stellt den Gästen der Frankfurter Buchmesse die Vielfalt der Neuheiten des russischen Verlagswesens vor: Ausgaben russischer Klassiker und Werke zeitgenössischer Autoren, Kinder- und Jugendbücher, Arbeiten zur Philologie und russischen Sprache, Geschichte und Geographie Russlands, Kultur, Philosophie und Politik.

    Der traditionell in Halle 5 verortete Stand steht im Zeichen des Kulturfestivals „Russische Saisons-Russian Seansons“ und wird vom Übersetzungsinstitut mit Unterstützung der Föderalen Agentur für Presse und Massenkommunikation betreut: Das Institut zeigt verlegte Werke russischer Autoren in der Übersetzung in fremder Sprachen. Spezialausstellungen werden dem 100. Geburtstag von Daniil Granin und dem 75. Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg gewidmet.

    Literatur und geschichtlich bedeutsame Daten am „Runden Tisch“

    Während der fünf Messetage werden am russischen Stand auch „Runde Tische“ veranstaltet, die Daten von europäischer Bedeutung gewidmet sind: dem 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs und dem 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer, die symbolisch ebenfalls für den Fall des „Eisernen Vorhangs" zwischen Ost- und Westeuropa steht. Die Rundtischgespräche bieten Raum für Gedanken zu Vergangenheit und zur gemeinsame Zukunft - russische und europäische Gegenwartsschriftsteller stellen dazu Betrachtungen an.

    Die Vertreter Russlands 2019

    Die russische Literatur wird in diesem Jahr in Frankfurt von Alexej Iwanow, Roman Sentschin, Alexej Salnikow, Inga Kusnezowa, Jaroslaw Pulinowitsch, Oleg Schischkin, Alexej Makuschinski und Gusel Jachina repräsentiert. Der Roman „Meine Kinder" von Gusel Jachina ist jüngst in deutscher Übersetzung erschienen.

    Die Einwohner von Jekaterinburg am Ural - die Schriftsteller Alexej Iwanow, Roman Sentschin, Alexek Salnikow und der Dramatur Jaroslaw Pulinowitsch -  erörtern das das „Ural-Phänomen" der zeitgenössischen russischen Literatur: Den Einfluss der Stadt auf ihr Schaffen sowie den Reichtum und die Vielfalt der „nichthauptstädtischen Literatur".

    Die Vertreterin der russischen Literaturakademie des Preises „Großes Buch" Irina Barmetowa spricht über die Rolle von Preisen im kulturellen Leben Russlands und kommentiert die endgültige Liste des „Großen Buches", dessen Preisträger im Dezember bekanntgegeben werden.

    Präsentationen, Begegnungen, Diskussionen nicht nur für das Fachpublikum

    Während der fünf Messetage finden etwa 30 Veranstaltungen statt: Am Mittwoch präsentiert sich  größte und älteste Buchmesse in Russland und Osteuropa - die Moskauer Internationale Buchmesse, die Anfang September in der russischen Hauptstadt durchgeführt wurde. Der Generaldirektor der Moskauer internationalen Buchmesse Andrej Gelmisa spricht über die Gestaltung der Messe und ihre Perspektiven.

    Die Kuratorin des internationalen Preises für die beste Übersetzung aus dem Russischen READ RUSSIA(Tschitaj Rossiju), Tatjana Woskowaja, stellt allen Interessenten die Bücher der Preisträger 2017-2018 vor und spricht über die Preise 2019. Der mit dem Preis READ RUSSIA ausgezeichnete Übersetzer Alexander Nitzberg präsentiert das Buch von Jewdokija Rostoptschina „Die Menschenfeindin" in seiner Übersetzung.

    Am Donnerstag findet am russischen Stand die Präsentation des 37. Weltkongresses des Internationalen Kuratoriums für das Jugendbuch (IBBY) statt, der 2020 in Moskau durchgeführt wird. Dieses Ereignis wird mit Interesse von Verlegern, Schriftsteller, Künstlern, Pädagogen und Bibliothekaren erwartet. An Fachbesucher richtet sich die Präsentation „Russisches Verlagswesen heute. Statistik und Analyse".

    Nach Messeende werden die ausgestellten Bücher der Botschaft der Russischen Föderation in Deutschland und dem Generalkonsulat Russlands in Frankfurt als Geschenk übergeben.

    Die Frankfurter Buchmesse versammelt 2019 über 7000 kleine und große Verleger aus rund 100  Ländern. Sie stellen über 400.000 Buchtitel, Landkarten, Manuskripte und Grafiken sowie digitale Medien wie Hörbücher und E-Books aller Themen vor. Rund 300.000 am Buchmarkt Beteiligte und Buchliebhaber besuchen die Messe.

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    Tags:
    Frankfurter Buchmesse, Frankfurt am Main, Russian Seasons 2019, Daniil Granin, Mauerfall, Zweiter Weltkrieg, Geschichte, Russland, Deutschland