01:51 22 November 2019
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    Unterstützer des Wikileaks-Gründers Julian Assange am 21. Oktober 2019

    Prozess gegen Assange: Verteidigung bittet um Verschiebung der Anhörung

    © REUTERS / HENRY NICHOLLS
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    Die Verteidigung des Wikileaks-Gründers Julian Assange hat das Gericht um eine Verschiebung der Anhörung gebeten. Das gab ein Sputnik-Korrespondent aus dem Gerichtssaal bekannt.

    Begründet wurde dies laut dem Korrespondenten mit der Komplexität des Prozesses und einer großen Dokumentenanzahl.

    „Wir bitten um drei Monate Zeit für die Durchsicht der Materialien“, sagte ein Vertreter des WikiLeaks-Gründers.

    Erst in der vergangenen Woche seien der Verteidigung die Dokumente zur der Sache via E-Mail übergeben worden. Allerdings habe Assange im Gefängnis keinen Computer-Zugang.

    „Die Fragen, die in dieser Sache erwähnt werden, sind schwer und benötigen die Erhebung von Beweisen und deren Untersuchung durch Rechtsanwälte“.

    Viele Besucher und Unterstützer von Assange wohnten der Sitzung bei, darunter auch der Ex-Bürgermeister von London Ken Livingstone.

    Der Wikileaks-Gründer sah laut dem Korrespondenten gut aus und hatte nach Reuters-Angaben keinen Bart. Vorherige Anhörungen wurden wegen Assanges schlechten Befindens in Form einer Videokonferenz geführt.

    Gericht verweigert Verschiebung

    Die Richterin, Vanessa Baraitser, lehnte die Anfrage über die Verzögerung des Verfahrens ab. Das nächste Zwischenverfahren soll am 18. November stattfinden. Assange darf daran per Videotelefonie-Verbindung teilnehmen. Die Sachverhandlung ist gemäß den früheren Plänen für Ende Februar festgelegt.

    Julian Assange

    Der Australier Julian Assange wurde als Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks bekannt, auf der über das Vorgehen der USA während ihrer Militäroperationen in Afghanistan und im Irak, darunter über die Ermordung von Zivilisten, berichtet wurde. Assange veröffentlichte ferner Informationen zu den Haftbedingungen im US-Gefängnis Guantanamo auf Kuba.

    Der Whistleblower wurde im Jahr 2010 in Schweden wegen sexueller Belästigung und Vergewaltigung angeklagt. Er wies diese Anschuldigungen zurück.

    Seit 2012 lebte Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London, nachdem das lateinamerikanische Land ihm Asyl gewährte und damit vor einer Auslieferung nach Schweden wegen den Vergewaltigungsvorwürfen schützte. Inzwischen wurden die Ermittlungen in Schweden eingestellt. Am 11. April 2019 wurde Assange auf Antrag der USA festgenommen. Am 1. Mai wurde er zu 11,5 Monaten Gefängnis wegen Verstoßes gegen seine Kautionsauflagen verurteilt. Das britische Gericht soll Anfang 2020 die Auslieferung des WikiLeaks-Gründers verhandeln.

    mo/ae/sna

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    Julian Assange