04:35 15 November 2019
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    T-Shirts (Symbolbild)

    Angst vor Verbot: Identitärer T-Shirt-Shop zieht aus Österreich nach Deutschland um

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    Gesellschaft
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    Der Online-Shop der Modemarke „Phalanx Europa“ aus dem Umfeld der Identitären Bewegung Österreich (IBÖ) wandert von Österreich nach Deutschland ab. Das gab der Mitgründer des Labels, Patrick Lenart, auf seinem YouTube-Kanal bekannt.

    In Österreich wird gegen Identitäre wegen Finanzdelikten ermittelt, berichten örtliche Medien am Dienstag. Demnach besteht Verdacht auf Abgabenhinterziehung. Der von Lenart und dem Identitären-Chef, Martin Sellner, gegründete Shop, der unter anderem T-Shirts verkauft, geriet im Zuge der Ermittlungen gegen die IBÖ in den Fokus der Ermittler. Auch bei „Phalanx Europa“ soll es zu Beschlagnahmungen gekommen sein.

    Modemarke in Deutschland fortgeführt

    Lenart erklärte in einem am 12. Oktober veröffentlichten Clip, dass „Phalanx Europa” nicht aufgelöst, sondern in Zukunft von zwei Aktivisten aus Deutschland fortgeführt werde. Das patriotische Modelabel werde es in Österreich nur noch bis November geben.

    IBÖ droht Verbot

    Um die Identitären hatte es in den vergangenen Monaten immer wieder heftige Diskussionen gegeben. Die ÖVP hatte bereits in der letzten Regierung mit der FPÖ gefordert, die Freiheitlichen mögen ihre Verbindungen zu den Identitären beenden. Im diesjährigen Wahlkampf forderte die ÖVP schließlich ein komplettes Verbot der IBÖ.

    Darüber hinaus bestehe laut Medienberichten die Gefahr, dass die Erkennungszeichen der Identitären – ein griechisches Lambda auf schwarzem Grund in gelbem Kreis – auf die Liste verbotener Symbole aufgenommen werden. Auch damit begründet Lenart den Exodus nach Deutschland.

    Verbindung zwischen Sellner und dem vermutlichen Christchurch-Attentäter

    Der mutmaßliche Attentäter von Christchurch Brenton Tarrant hatte 2018 gut 1500 Euro auf ein Konto Sellners als Spende überwiesen. Im März 2019 hatte das österreichische Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) seine Wohnung auf Anordnung der Staatsanwaltschaft durchsucht und anschließend ein Verfahren wegen des Verdachts der Beteiligung an einer Terrorvereinigung eingeleitet.

    Sellner und Tarrant sollen mehrfach in Kontakt gestanden sein. Medienberichten zufolge wollte sich der österreichische Identitären-Chef mit dem späteren Massenmörder treffen, sollte dieser einmal in Wien sein.

    mo/ae

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    Martin Sellner, Identitären-Bewegung, Österreich