12:21 20 November 2019
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    Berliner Polizei

    „Der Polizeipräsident in Berlin“ soll nun geschlechtsneutral werden

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    Die Berliner Polizei soll laut Innensenator Andreas Geisel (SPD) geschlechtsneutral umbenannt werden. Laut dem Politiker ist der bisherige offizielle Name „Der Polizeipräsident“ nicht zeitgemäß. Darüber berichtete rbb.

    Laut Geisel soll die Behörde, die seit 1809 „Der Polizeipräsident in Berlin“ heißt, künftig als „Polizei Berlin“ bezeichnet werden.

    Die alte Bezeichnung stamme aus der monarchistischen Ära und passe nicht mehr in die moderne Zeit, sagte er im Innenausschuss. Es sei an der Zeit, eine geschlechtsneutrale Bezeichnung zu wählen, auch weil die Polizei inzwischen eine Frau als oberste Chefin habe.

    Die Änderung werde keine großen Kosten mit sich bringen, so Geisel: Auf den meisten Schildern auf den etwa 500 Gebäuden der Berliner Polizei stehe ohnehin „Polizei Berlin“. Alle zwei Jahre würden 200 bis 300 neue Dienststellenschilder zu je 27,50 Euro, zusammen 8250 Euro, gekauft. Außerdem müssten Formulare, Visitenkarten, E-Mail-Signaturen, Stempeln, Aufschriften auf Einsatzfahrzeugen und anderes mehr geändert werden.

    Allerdings sei für die Umbenennung eine Gesetzesänderung nötig, die im Zusammenhang mit anderen Änderungen erfolgen solle, sagte Geisel, ohne einen genauen Termin zu nennen.

    Barbara Slowik, die die Berliner Polizei bereits seit anderthalb Jahren leitet, begrüßte die Idee „außerordentlich“. „Es gibt immer wieder deutliche Irritationen, die auch mich erreichen, auch mit Fragen aus der Bevölkerung“, sagte sie.

    Gendergerechte Sprache

    2012 hatte der Senat einen „Leitfaden für eine geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung“ herausgegeben, demzufolge die Verwendung der ausschließlich männlichen Form „dem Anspruch einer geschlechtergerechten Sprache nicht gerecht“ werde.

    Auf der Bundesebene werden offiziell weibliche Formen der Amtsbezeichnung bereits seit langem verwendet, wie für Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Datenschutzbeauftragte Maja Smoltczyk.

    Drittes Geschlecht

    Ende Januar war bekannt worden, dass drei Gemeinden im Landkreis München ihre Grundschulen möglicherweise mit Toiletten für das dritte Geschlecht zusätzlich zu denen für Mädchen und Jungen ausstatten wollen.

    Der Bundestag hatte im Dezember 2018 in Personenstandsregistern die Möglichkeit zum Eintrag eines dritten Geschlechts vorgesehen und somit neben „männlich“ und „weiblich“ auch den Vermerk „divers“ für intersexuelle Menschen im Geburtenregister möglich gemacht.

    asch/ae

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    Tags:
    Polizei, Polizei, geschlechtsneutral, Berlin, Deutschland