19:40 14 November 2019
SNA Radio
    Sparschwein (Symbolbild)

    Der 94. Weltspartag: Wie und was sparen die Deutschen?

    CC0
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    4525
    Abonnieren

    Der 31. Oktober ist traditionell Weltspartag. Ein Tag, der Erwachsene daran erinnert, zu sparen und Kindern den Wert des Sparens lehren soll. Doch hat der Weltspartag im Zeitalter der Digitalisierung deutlich an Popularität verloren. Vor allem seit niedrige Zinsen und steigende Gebühren in der Bankenwelt dominieren.

    Während rund um den Globus am 31. Oktober der Weltspartag zelebriert wird, findet das in Deutschland am letzten Werktag vor dem 31. statt, wegen des Reformationstages als gesetzlichem Feiertag in einigen Bundesländern. Inzwischen wird der Weltspartag schon zum 94. Mal begangen. Grund für diesen Brauch ist es, das Sparen für die Menschen attraktiv zu machen. Vor allem Kinder sollen schon im frühen Alter lernen, was es heißt, gewissenhaft mit Geld umzugehen. Doch die Leute sind immer weniger bereit, das Geld bei Sparkassen und in Bankkonten abzulegen. Denn dies ist oftmals mit Gebühren oder gar Strafzinsen, den sogenannten Negativzinsen verbunden.

    Heutzutage liegt die Sparquote in Deutschland bei 10 Prozent. Somit wird ein Zehntel des Einkommens beiseite gelegt, schreibt das Internet Portal „Online Banken“. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband führte dieses Jahr eine Umfrage mit 8500 Teilnehmern durch, die nach ihrem Sparverhalten befragt wurden. Eigenen Angaben zufolge, hätte rund die Hälfte aller Befragten eine alternative Anlagemethode. Dennoch bleiben die Deutschen zum größten Teil eher klassische Sparer, heißt es in einem Artikel des privaten Fernsehsenders „Sat.1“. Ein Großteil von Befragten lege das Geld, trotz niedriger Zinssätze, nach wie vor auf Spar- und Festgeldkonten an. Nur 9 Prozent verfügten über ein Wertpapierdepot.

    Alternative Anlagen?

    Die Missgunst gegenüber den niedrigen und negativen Zinsen lässt sich trotzdem erkennen. Ein Beispiel woran man das festmachen kann, ist das Verhalten zum Gold. Seit dem Jahr 2016 hätten die deutschen Privathaushalte von 246 Tonnen auf 8918 Tonnen Gold aufgestockt, schreibt die „Bild“ im April dieses Jahres.

    Nicht nur Gold ist bei den Leuten gefragt: Ein großer Boom im Kauf von Tresoren macht sich auf dem Markt breit. Auch mieten immer mehr Leute Schließfächer in Banken oder auch bei Goldproduzenten selbst. Dazu zählen nicht nur die Privatnutzer, sondern auch Großanleger wie Versicherungen. In einem Artikel vom August 2019 schreibt die Zeitung „Merkur“ über die Erwägung von mehreren Versicherungen, das Geld im Tresor abzulegen und nicht bei der Bank. Klaus Wiener, der Chefvolkswirt des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, habe sich folgendermaßen dazu geäußert: „Wenn die Zinsen weiter sinken und man das Bargeld nicht verbietet, ist es für die Versicherer zunehmend attraktiv, Geld in den Tresor zu legen.“

    Geschichte des Weltspartages

    Der erste Weltspartag fand im Jahr 1925 am 31.Oktober statt. Dies wurde auf dem internationalen Sparkassenkongress in Mailand 1924 beschlossen. Seither gilt es als eine Tradition, nicht nur selbst etwas Geld beiseite zu legen, sondern auch die Kinder an diesem Tag über den Wert des Sparens aufzuklären. Besonders in Deutschland hatte dies einen wichtigen Stellenwert: das Vertrauen der deutschen Bürger wurde mit der Währungsreform 1923 stark erschüttert.

    Seither gilt der Weltspartag als ein offizielles Ereignis, welches damals zunächst in 27 Ländern zelebriert wurde. Der Höhepunkt der Beliebtheit des Weltspartages fand nach dem Portal „Online Banken“ zwischen 1950 und 1977 statt. Er wurde mit einer „Spar-Hymne“ besungen und von vielen Ländern der Welt gefeiert. Die Popularität des Weltspartages ging deutlich zurück, vor allen Dingen weil das Angebot von Online Banking sich immer weiterentwickelte.

    Dennoch sehen viele diesen Tag immer noch als wichtig an – in der Funktion einer Mahnung: Er erinnere daran, dass man immer etwas für schwierige Zeiten zurücklegen soll.

    lm

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Weltspartag, Zinsen, Digitalisierung, Gold, sparen, Banken, Deutschland