23:09 16 November 2019
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    Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz (Archivbild)

    Badeente vor KZ Auschwitz: Blogger sorgt mit Instagram-Post für Eklat – Foto

    © Sputnik / Walerij Melnikow
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    Ein Blogger reist um die Welt und füllt sein Instagram mit Bildern, auf denen eine niedliche Gummiente vor bekannten Sehenswürdigkeiten zu sehen ist. Doch mit einem Beitrag scheint er zu weit gegangen sein. Eine entsprechende Diskussion über Respekt wurde mithilfe des Museums Auschwitz ausgelöst.

    Eigentlich hatte der spanische Blogger Atuk Apil nur wenige tausend Leser auf Instagram – sein Besuch des ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz mit einer Quietscheente hätte unbemerkt bleiben können.

    Darauf machte allerdings das Museum Auschwitz aufmerksam. Auf Twitter postete es das inzwischen vom Konto des Bloggers gelöschte Foto einer Gummiente vor dem Eingang zum KZ und warf die Frage auf:

    „Was wenn jemand, der mit einer Gummiente reist und diese als einen künstlerischen Instagram-Brauch nutzt, im Museum Auschwitz ankommt? Ist die Gummiente vor dem Tor des Todes respektlos, selbst wenn es nicht beabsichtigt war? Oder ist es ein Nebeneffekt der Bildwelt, den wir akzeptieren/ignorieren sollten?“

    ​Somit entfachte das Museum eine Diskussion. Die meisten Kommentatoren waren der Ansicht, dass das Bild zutiefst respektlos angesichts der Millionen Opfer sei, die in Auschwitz und in anderen KZs ihre Leben verloren. Es gab aber auch einige User, die das Posting nicht als beleidigend empfanden.

    Zum Beispiel nahm ein Nutzer die Badeente als ein Instrument wahr, das den Zuschauern Orte zeigt, die sie besuchen sollten:

    „Leute sollten das Auschwitz-Museum besuchen und erleben. Die Ente mag doof aussehen, aber sie ist nur eine Darstellung einer Person, die reist und Dinge erlebt.“

    Eine Frau sagte, dass für sie das Bild den Lauf der Zeit symbolisiere – die Ente sei hier eine naive Person, die nie Krieg erlebt habe und nach Auschwitz komme, um Geschichte zu lernen.

    Weil aber die meisten das Foto heftig kritisierten, wurde es daraufhin gelöscht, und sein Autor entschuldigte sich.

    msch/sb

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    Tags:
    Nazi-Verbrechen, Nazimorde, Gedenkmuseum Auschwitz-Birkenau, KZ Auschwitz-Birkenau, Auschwitz, Instagram