20:11 14 Dezember 2019
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    „Ok Boomer“ - Ein Scherz aus dem Internet löst den Kampf der Generationen aus

    „Ok Boomer“ - Ein Scherz aus dem Internet löst den Kampf der Generationen aus

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
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    Schon seit einem Jahr streitet die Baby-Boomer-Generation mit ihren Nachfolgern, den Millenials. Doch seit eine Politikerin bei einer Rede im November im neuseeländischen Parlament die Worte „ok, boomer“ gesprochen hat, ist das Internet explodiert: Mit dem Hashtag #okboomer schlägt die „Generation Z“ gegen die Vorwürfe älterer Generationen zurück.

    Alles fing an mit einer 25-jährigen Politikerin, die während ihrer Rede im November von Zwischenrufen ihrer Kollegen im Parlament unterbrochen wurde. Ein simples „ok, boomer“ entwich ihren Lippen und ein bis dato eher im Internet vebreiteter Slogan explodierte. Die Aussage stammt von Chlöe Sawsbrick, die ihre Gefühle zu diesem Kommentar in einem Artikel in der Zeitschrift „The Guardian“ schildert: „Mein ‚ok boomer’ Kommentar im Parlament symbolisierte die kollektive Erschöpfung mehrerer Generationen.“ Sie beschreibt, wie sie sich einen Politiker intuitiv als einen alten Mann im Anzug vorstellt, was an sich kein Problem wäre. „Der Grund wieso mir dieses Bild einfällt, ist, weil es ein Stereotyp ist, (…) welches uns zeigt, dass Politik schon seit sehr langer Zeit von älteren Männern im Anzug geführt wird.“ Um aber in einer Demokratie zu leben, solle Politik aussehen wie die Gesamtheit einer Bevölkerung.

    Hashtag #okboomer

    Grundsätzlich geht es darum, dass sich Millenials sich gegen häufige Vorurteile der „Baby Boomer Generation“ wehren. Unter „Boomern“ versteht man Leute die zwischen den Jahren 1945 und 1964 geboren sind. Dagegen sind Millenials all die Generationen, die mit dem Internet als Massenmedium aufgewachsen sind. Dazu zählen die Generation Y (1981-1996) und Generation Z (nach 1996 geborene Generation). Doch wie die Zeitung „New York Times“ berichtet, sind mit dem Hashtag generell Leute gemeint, die nicht bereit sind, sich an Veränderungen anzupassen. 

    Die jungen Generationen werden seit Jahren als politisch desinteressiert, faul und zu sensibel beschrieben. Diese ständigen Vorwürfe verbunden mit dem Gefühl nicht ernstgenommen zu werden, sorgen für die Explosion dieses Hypes. Das Internet-Portal der „ze.tt“ beschreibt „ok Boomer“ folgendermaßen: „Es ist eine allumfassende Abweisung, eine provozierende (und daher kontraproduktive) Deeskalation, ein ‚Ist schon gut’.“

    ​Tatsächlich reagieren Millenials schon Anfang des Jahres auf ein Video von einem älteren Mann, der ihrer Generation unterstellte, „nie erwachsen werden zu wollen“. Seither wurden T-Shirts und Pullover mit dem Slogan „ok, boomer“ verkauft. Auch ein Song wurde produziert, der diesen Hashtag besingt, und tausende Musikvideos mit der App „TikTok“ wurden zu diesem Song gemacht – um genau zu sein über 4000, wie die „New York Times“ berichtet.

    Die sogenannten „Boomer“ nahmen diesen Trend nicht sonderlich positiv auf. Oftmals wird das „ok boomer“ von „Boomern“ sogar mit dem „N-Wort“ verglichen. Das wiederrum sehen die Millenials als einen insgeheimen Erfolg. Der Fakt, dass sich die die Betroffenen so darüber aufregen, mache den Hashtag noch erfolgreicher. Besonders vor dem Hintergrund, dass die „Boomer“-Generation die Millenials als „Schneeflöckchen“ bezeichnen, sei dies eine ironische Wendung.

    ​lm

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    Tags:
    Twitter, Nachkriegsboom, Internet, Generation-Y