02:53 22 Oktober 2020
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    In seiner Ansprache an die Teilnehmer eines Kongresses über internationales Strafrecht hat Papst Franziskus in Rom laut der katholischen Nachrichtenagentur CNS für die Aufnahme des Begriffes „ökologische Sünde“ in das Lehrbuch der katholischen Kirche plädiert.

    Der Vorschlag einer Katechismus-Änderung wurde laut der Agentur bei der Amazonien-Synode gemacht, die Ende Oktober im Vatikan ausgeklungen war. Im Abschlussdokument bezeichneten Bischöfe Umweltsünden als Vergehen gegen Gott und gegen zukünftige Generationen.

    „Wir müssen – das haben wir gedacht – in den Katechismus der katholischen Kirche die Sünde gegen die Umwelt, die ökologische Sünde gegen unser gemeinsames Haus aufnehmen“, sagte der Pontifex am Freitag.

    „Ökozid“

    Am schwersten seien solche Verbrechen, wie die „massive Verunreinigung der Luft-, Land- und Wasserressourcen, die großflächige Zerstörung von Flora und Fauna sowie alle Maßnahmen, die riskieren, eine ökologische Katastrophe heraufzubeschwören oder Ökosysteme zu zerstören“. Diese Verhaltensweisen sind dem Papst zufolge „Ökozid“.

    Er rief die internationale Gemeinschaft auf, die Umweltverbrechen als die „fünfte Kategorie der Delikte gegen den Frieden“ anzuerkennen, nach Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Genozid, Kriegsverbrechen und Aggressionsverbrechen.

    „Kultur des Hasses“

    Neben den Umweltverbrechen verurteilte Papst Franziskus die „Wegwerfkultur“, die in Kombination mit anderen psychosozialen Phänomenen die ernstzunehmende Tendenz zeige, zu einer „Kultur des Hasses“ zu verkommen. Einige Reden von Ordnungshütern oder Regierungschefs erinnern ihn an „Hitlers Reden in den Jahren 1934 und 1936“.

    „Das sind für Nazismus typische Handlungen, die mit ihrer Verfolgung von Juden, Zigeunern und Homosexuellen das negative Modell schlechthin der Wegwerfkultur und der Kultur des Hasses darstellen.“

    Das sei damals geschehen, und heute erscheinen diese Dinge wieder, so der Papst.

    Treffen mit Greta

    Papst Franziskus hatte die 16-jährige Klimaaktivistin aus Schweden und Initiatorin der weltweiten Klimabewegung „Fridays for Future“, Greta Thunberg, im April bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz in Rom getroffen. Die Jugendliche hielt dem Pontifex bei der kurzen Begegnung einen Zettel mit einer Aufforderung zum Klima-Streik entgegen („Join the Climate Strike“).

    Thunberg soll dem Papst gedankt haben, dass „er für das Klima kämpft“, sagte die 16-Jährige der schwedischen Zeitung „Dagens Nyheter“. Der Pontifex habe wiederum Thunberg zum Weitermachen ermuntert.

    mo/mt

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    Tags:
    Umweltschutz, Greta Thunberg, Papst Franziskus, Vatikan