09:14 10 Dezember 2019
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    Kinder (Symbolbild)

    Zahl der von Gewalt bedrohten Kinder in Deutschland gestiegen

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    Immer mehr Kinder und Jugendliche in Deutschland sind der Gefahr ausgesetzt, Opfer von Gewalt oder Vernachlässigung zu werden. 2018 ist die Kindeswohlgefährdung gegenüber dem Vorjahr um zehn Prozent gestiegen. Das geht aus einer Mitteilung des Statistischen Bundesamtes hervor.

    Im vergangenen Jahr stellten die Jugendämter bei rund 50.400 Minderjährigen eine Kindeswohlgefährdung fest –  das ist im Vergleich zu 2017 ein Anstieg von zehn Prozent. Der Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes, Heinz Hilger, bezeichnete diesen Befund als „alarmierend“ und forderte die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz. Zudem kritisierte er diese Problemzustände angesichts „des Reichtums in Deutschland“, gegen die man bei den vorhandenen finanziellen Mitteln klar entgegenwirken könne.

    Dagegen ist in der Statistik des Bundesamtes ein leichter Rückgang im Bereich Kinderarmut zu beobachten. Der Anteil der Minderjährigen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind, ging von 18 Prozent auf 17,3 Prozent zurück – der niedrigste Wert seit mehr als zehn Jahren.

    Eine positive Tendenz ist, dass sich wieder mehr Haushalte mit Kindern eine einwöchige Urlaubsreise leisten konnten. 2017 ist das nur bei 15,5 Prozent der Befragten möglich gewesen – ein Jahr darauf waren es nur noch 13,4 Prozent.

    Im Zusammenhang mit der gestiegenen Kindeswohlgefährdung wurden laut der Statistik des Bundesamtes auch mehr Minderjährige in Obhut genommen. In 6200 Fällen geschah dies aufgrund von Misshandlungen, in 6000 Fällen wegen Vernachlässigungen und in 840 Fällen aufgrund von sexueller Gewalt.

    Kinderarmut innerhalb der EU

    Laut Eurostat (Statistisches Amt der Europäischen Union) liegt der durchschnittliche EU-Wert für Kinderarmut bei 24 Prozent. In Rumänien ist der Anteil mit 38 Prozent am höchsten, in Slowenien mit 13 Prozent am niedrigsten.

    Ein Mensch gilt nach der EU-Definition als armutsgefährdet, wenn er über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Für eine Familie mit zwei Kindern unter 14 Jahren liegt die entsprechende Grenze bei 2385 Euro im Monat.

    mka/gs

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    Tags:
    Kinderarmut, Statistik, Kinderschutz, Statistisches Bundesamt