08:32 10 Dezember 2019
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    Juden in Berlin (Archivbild)

    Anlaufstelle für Opfer von Antisemitismus wird in Köln eingerichtet

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    Die Stadtverwaltung Köln errichtet im Rahmen des NS-Dokumentationszentrums eine neue Anlaufstelle wegen antisemitischer Vorfälle. Das teilte die Stadt am Freitag mit.

    Zum einen gehe es um psychologische Beratung und Begleitung der Betroffenen, zum anderen sollen Übergriffe erfasst und dokumentiert werden.

    „Jede und jeder, der von Antisemitismus betroffen ist, soll die Möglichkeit haben, sich an eine vertrauensvolle Stelle wenden zu können“, sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker.

    Allerdings sei weiterhin auch Zivilcourage gefragt. „Wer heute in Köln und anderswo Jüdinnen oder Juden verbal oder physisch angreift, dem stellen wir uns mutig entgegen“, so Reker.

    Am Dienstag nahm in Köln die landesweit erste Fachstelle gegen Antisemitismus die Arbeit auf. Mit Workshops sollen vor allem Jugendliche über die Gefahren und die Verbreitung judenfeindlicher Ansichten informiert werden.

    Studie: Jeder vierte Deutsche denkt antisemitisch

    Wie eine repräsentative Umfrage des Jüdischen Weltkongresses ergab, habe jeder vierte Deutsche antisemitische Gedanken. 28 Prozent der Befragten glauben laut dem Bericht, Juden hätten zu viel Macht in der Wirtschaft, 26 Prozent teilen die Ansicht, Juden hätten „zu viel Macht in der Weltpolitik”.

    Fast die Hälfte (48 Prozent) behauptet, Juden seien loyaler gegenüber Israel als gegenüber Deutschland. Mehr noch: Zwölf Prozent aller Befragten stimmen dem zu, dass Juden für die meisten Kriege auf der Welt verantwortlich seien. 22 Prozent meinen, Juden würden aufgrund ihres Verhaltens gehasst.

    Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen (65 Prozent) nimmt der Studie zufolge zunehmenden Antisemitismus wahr. Dabei sieht man eine Verbindung mit dem Erfolg rechtsextremer Parteien.

    ns/ae/dpa

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    Eröffnung, Henriette Reker, Anlaufstelle, Antisemitismus, Deutschland