18:23 10 Dezember 2019
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    Wähler stehen Schlange vor einem Wahllokal in Hongkong, der 24. November 2019

    Rekordhohe Beteiligung bei Lokalwahlen in Hongkong

    © REUTERS / ATHIT PERAWONGMETHA
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    Nach sechs Monaten teils gewaltsamer Proteste gegen einen wachsenden Einfluss Chinas haben in Hongkong am Sonntag die Lokalwahlen begonnen. Die Beteiligung ist außergewöhnlich hoch.

    In der chinesischen Sonderverwaltungsregion gaben bis 11:30 Uhr Ortszeit (4:30 Uhr MEZ) nach offiziellen Angaben bereits rund eine Million Wahlberechtigte ihre Stimme ab. Das sind fast dreimal so viele wie bei den vorherigen Bezirksratswahlen 2015 zum gleichen Zeitpunkt.

    Hunderte Menschen stellten sich vor Hongkonger Wahllokalen an, weil sie offenbar befürchteten, dass der Urnengang später gestoppt werden könnte. Auch zur Mittagszeit soll es noch lange Schlangen gegeben haben.

    Wahl als wichtiger Indikator für die Stimmung

    Die Zahl der Hongkonger, die sich zur Wahl registrieren ließen, erreichte mit 4,1 Millionen Bürgern einen Höchststand. Die Wähler können über 452 Bezirksratsposten in 18 Bezirken entscheiden. Im Ringen um einen der Bezirksratssitze tritt eine Rekordzahl von 1104 Kandidaten an.

    Die Abstimmung gilt als wichtiger Stimmungstest dafür, wie viel Unterstützung die Hongkonger Regierung unter Carrie Lam noch in der Bevölkerung genießt. Viele betrachten die Wahl als Referendum, in dem Zustimmung oder Ablehnung gegenüber den Protesten zum Ausdruck gebracht werden können.

    Monatelange Proteste

    In Hongkong dauern die Protestaktionen gegen die Regierung schon Monate an. Nach der Meinung der Bewegung ist der wachsende Einfluss Chinas ein Gefährdungsfaktor. Sie fordert deswegen allgemeine Freiheiten. Der Auslöser für die Proteste war zuerst ein geplantes Gesetz, wonach Auslieferungen nach China zum ersten Mal möglich wären.

    Der Campus der Polytechnischen Universität war am Sonntag weiter von Polizei umstellt, während einige Demonstranten noch immer in den Hörsälen ausharrten. Ansonsten hielt sich die Präsenz der Polizei auf den Straßen in Grenzen. Dies stand im Gegensatz zu früheren Berichten, wonach alle Wahllokale von Bereitschaftspolizei geschützt werden und dafür fast alle der 31.000 Beamten zum Einsatz kommen sollten.

    mo/ae/dpa/rtr

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    Tags:
    China, Hongkong