13:46 16 Dezember 2019
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    Holocaust-Gedenkstätte vor dem Bundestag in Berlin

    Asche von Nazi-Opfern bei Aktion verwendet? Strafanzeige gegen Zentrum für Politische Schönheit

    © REUTERS / HANNIBAL HANSCHKE
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    Der Grünen-Politiker Volker Beck hat gegen das Künstlerkollektiv „Zentrum für politische Schönheit“ (ZPS) nach dessen umstrittener Aktion vor dem Reichstagsgebäude Strafanzeige gestellt. Das gab der Politiker auf Twitter bekannt.

    Am Montag errichtete die Gruppe eine Art Gedenkstätte. Dazu gehört unter anderem eine Stahlsäule, die ZPS zufolge Asche von Opfern der Massenmorde der Nazis enthält. Die umstrittene Wahl der Mittel war Grund für Becks Vorgehen.

    „Falls es sich tatsächlich um die Asche von in der Shoah Ermordeten handeln sollten, wäre dies eine strafbare Verletzung der Totenruhe (§ 168 StGB)“, schrieb der Politiker am Montag.

    Er räumte jedoch ein, dass es „freilich auch Fake und Teil der Kunstaktion sein könnte“. Dies könne „nur durch Ermittlungen geprüft“ werden. Auf jeden Fall handle sei es ein „schräges Bild“.

    „Auch wenn die Aktion sicher gut gemeint ist und die Asche der Shoah-Opfer vielleicht nur eine Metapher ist, ist das ein schräges Bild, liebes ‚Zentrum für politische Schönheit‘ und (ZPS-Gründer – Anm. d. Red.) Philipp Ruch.“

    Weitere Kritiker der ZPS-Aktion

    Die Aktion des „Zentrums für politische Schönheit“ sorgte nicht nur bei Beck für Kritik. Laut dem Autor Eliyah Havemann handelte die Gruppe rücksichtlos gegenüber den Angehörigen der Holocaustopfer, deren Überreste möglicherweise bei der Aktion verwendet worden sind.

    Bundestagsmitglied und SPD-Verteidigungspolitiker Fritz Felgentreu begrüßte auf Twitter Becks Vorgehen und verurteilte die mutmaßliche Verwendung der Überreste von Holocaustopfern durch das ZPS.

    „Wenn das echt ist, ist es eine gruselige Pietätlosigkeit mit antisemitischer Tendenz. Wenn nicht, eine Geschmacklosigkeit mit antisemitischer Tendenz. So oder so ist es nötig, gegenzuhalten.“

    Nicht die erste provokative Aktion vom ZPS

    ​​Das „Zentrum für politische Schönheit“ ist bereits mehrfach mit aufsehenerregenden Aktionen aufgefallen. So hatte es vor etwa zwei Jahren eine Nachbildung des Berliner Holocaust-Mahnmals in Nähe des Wohnhauses von AfD-Politiker Björn Höcke aufgestellt.

    2009 platzierte die Gruppe Bomben-Attrappen vor dem Berliner Reichstag. Damit wollten die Künstler daran erinnern, dass die Krematorien des Konzentrationslagers Auschwitz im Zweiten Weltkrieg von den Alliierten nicht angegriffen wurden.

    mo/ip

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    Tags:
    Holocaust, Zentrum für Politische Schönheit, Volker Beck