19:51 14 Dezember 2019
SNA Radio
    Die Konferenz „Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft“ in Berlin

    Gefahr durch Smart-Home-Geräte: Konferenz in Berlin diskutiert Schutz vor Cyber-Attacken

    © Foto : Rossijskoje Zifrowoje Sotrudnitschestwo / Alla Caricina
    Gesellschaft
    Zum Kurzlink
    386
    Abonnieren

    Führende Experten und Vertreter von Hochschulen und Unternehmen aus Russland und Deutschland haben auf der internationalen interuniversitären Konferenz „Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft“ in Berlin über Cyber-Sicherheit, die Besonderheiten von Venture-Kapital, die Anfälligkeit von Smart-Geräten und Blockchain-Technologien diskutiert.

    Die Konferenz wurde von der staatlichen Agentur Rossotrudnitschestwo im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin veranstaltet.

    „Bereits vor einigen Jahren stellten wir den Bedarf fest und starteten IT-Kurse in russischer Sprache in Berlin. Es stellte sich heraus, dass die erhaltenen Kenntnisse unseren Studierenden halfen, nicht nur das Blickfeld zu erweitern, sondern auch dabei, einen Job zu finden. Zugleich ist eine unserer Aufgaben, ausländische Studenten an dieHochschulen in Russland zu locken. Deshalb sollte man darüber erzählen, was sie in unserem Land lernen können. Zum Beispiel digitale Wirtschaft. Die Konferenz ‚Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft‘ könnte bei dieser Frage sehr helfen“, sagte der Vertreter von Rossotrudnitschestwo, Leiter des Russischen Hauses der Wissenschaft und Kultur in Berlin, Pawel Iswolski.

    Die Wichtigkeit des internationalen Erfahrungsaustausches wurde auch von einem Vortragenden der Konferenz, vom Direktor des Instituts für Informationstechnologien und Datenanalyse der Nationalen technischen Forschungsuniversität  Irkutsk, Dmitri Postelnik, hervorgehoben. „Unsere Hochschule kooperiert mit deutschen Universitäten, für uns ist ihre praxisorientierte Bildungsform sehr interessant – Arbeit mit Partnern, Projekt-Bildung. Eine interessante Option ist, wenn der Lehrplan um ein Projekt aufgebaut ist. Wir bemühen uns, diese Praxis der westlichen Kollegen zu übernehmen“, sagte er.

    Auf der Konferenz wurden von deutschen und russischen Experten Erfahrungen bei der Entwicklung und Implementierung der digitalen Technologien in verschiedene Lebensbereiche vorgestellt – von Bildung bis hin zur Wirtschaft. Der führende Content-Analytiker von Kaspersky Lab, Andrej Sidenko, präsentierte die Ergebnisse einer Studie über Cybersicherheit sowie darüber, wie Kinder verschiedenen Alters in Abhängigkeit vom Internet und mobilen Geräten geraten können Er sprach über die möglichen Folgen und Wege, wie Eltern das Kind vor schädlichen Informationen und Cyberbullying schützen können.

    „Eltern bringen zuerst Kindern selbst die Nutzung der Gadgets bei, damit sie ruhig sitzen und einfach schweigen, später aber wissen sie dann nicht mehr, was sie mit dieser Abhängigkeit tun sollen. Denn die meisten befragten Kinder gaben zu, dass sie nicht ohne Handy auskommen können. Sie verbringen fast die ganze Zeit im Netz. Am häufigsten, um einen Konflikt zu vermeiden, verheimlichen sie vor ihren Eltern, wie viele Stunden sie beim Surfen im Netz verbringen. Zugleich gibt ein Drittel der Eltern zu, dass sie sich nicht dafür interessieren, was ihre Kinder im Netz machen“, sagte Sidenko.

    Dem Experten zufolge ist Cyberbullying ein akutes Problem. Allerdings vermeiden es die Kinder, ihren Eltern davon zu erzählen. Die Probleme aus der virtuellen Welt gelangen ins Leben des Kindes. Häufig ist es so, dass Eltern vielleicht auch wollen, aber nicht wissen, wie man über Probleme mit den eigenen Kindern sprechen soll. „Das Problem kann durch die Schulung von Eltern bei dieser Frage bekämpft werden. Man muss die Grundlagen der Sicherheit im Netz auf ein neues Niveau bringen, weil das eine Basisfertigkeit ist, über die alle verfügen sollen. Eltern sollten wissen, was ihr Kind im Internet macht“, so der Experte.

    Die Konferenz „Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft“ in Berlin
    © Foto : Rossijskoje Zifrowoje Sotrudnitschestwo / Alla Caricina
    Die Konferenz „Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft“ in Berlin

    Über andere Gefahren der „smarten“ Geräte, ihre Schwachstellen und Bedrohungen eines Angriffs via andere Kanäle  berichtete Alla Lewina von der Sankt Petersburger Elektro-Technischen Universität LETI. Als Beispiel zeigte sie ein witziges Video über „Mr. Kessel“. Das Haushaltsgerät wurde so smart, dass es mit den anderen Haushaltsgeräten im Hausbeschloss, einen Wächter anzuheuern und den Besitzer aus der Wohnung zu vertreiben. Der Expertin zufolge ist es zwar ein Witz, doch es zeigt anschaulich, dass smarte Geräte gehackt werden können, um Zugang zu privaten Daten zu erhalten. So können Hacker via mit einem Handy verbundenen Halsband eines Haustiers nicht nur Infos über die Bewegungen des Haustiers, sondern auch über dessen Besitzer erfahren. Jede Taste hat einen eigenen Klang, und mit einem guten Mikrofon kann erfahren werden, was der Mensch per Tastatur schreibt. Laut Lewina ist eine der effektivsten Methoden des Schutzes vor solchen Dingen die Verbesserung der Codierung.

    Beim Thema Wirtschaft hielt Leonhard Brinster von der Universität Hohenheim auf der Konferenz einen Vortrag. Er sprach über Venture-Kapital und wie es im Einzelnen genutzt werden kann.

    Die Konferenz „Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft“ in Berlin
    © Foto : Rossijskoje Zifrowoje Sotrudnitschestwo / Alla Caricina
    Die Konferenz „Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft“ in Berlin

    Auf der Konferenz traten auch Studenten auf. Oksana Schamiljan, die an der Technischen Hochschule Brandenburg einen Studienaufenthalt im Masterprogramm „Cybersicherheit“ macht, sprach über die Spezifik von Blockchain und darüber, wie dieser Mechanismus im digitalen Bereich genutzt wird.

    Laut den Organisatoren der Veranstaltung fand die Konferenz zum Thema „Das Ökosystem in der digitalen Wirtschaft“ im Rahmen des Zyklus der internationalen interuniversitären Konferenzen statt, die bereits in Indien, Indonesien und Iran stattfanden. Nach den Konferenzen wurden Vereinbarungen über Kooperation zwischen russischen und ausländischen Hochschulen geschlossen, darunter zu den wichtigsten Richtungen bereits existierender Abkommen – Studentenaustausch, Doppel-Diplom-Programm sowie Kooperationen zwischen Hochschulen im Bereich digitale Technologien und Wissenschaft.

    Die interuniversitäre Konferenz „Das Ökosystem der digitalen Wirtschaft“ wurde von Rossotrudnitschestwo im Rahmen des föderalen Projekts „Personal für die digitale Wirtschaft“ des nationalen Programms „Digitale Wirtschaft der Russischen Föderation“ organisiert.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Türkei beantragt bei USA Kauf von Patriot-Raketenabwehrsystemen
    „Politiker an die Wand stellen“: Greta Thunberg überrascht mit radikalen Worten
    „Entschlossene“ Antwort: USA warnen Teheran nach Angriffen
    Tags:
    Cyberattacken, Berlin, Russisches Haus der Kultur und Wissenschaft