00:45 27 September 2020
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    Politiker und Journalisten genießen das geringste Ansehen in der Gesellschaft. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage. Auch Gewerkschafter, Lehrer, Pfarrer, Soldaten und Polizisten kommen nur auf niedrige Werte.

    Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Polizisten und andere Berufsgruppen werden immer wieder Opfer von Pöbeleien und Angriffen, Journalisten werden vermehrt als „Lügenpresse“ verunglimpft und Politiker müssen sich Beleidigungen gefallen lassen und werden bedroht. Deswegen hat die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung in einer Umfrage untersucht, welche Gruppen in der Wahrnehmung der wahlberechtigten Bevölkerung den meisten gesellschaftlichen Respekt genießen. Das Ergebnis ist relativ ernüchternd.

    Politiker sind das Schlusslicht

    Das Marktforschungsinstitut „Kantar“ hat in der repräsentativen Umfrage 1007 Wahlberechtigte gefragt, welche Berufsgruppen in der Gesellschaft „sehr viel“, „viel“, „etwas", „wenig“ oder „sehr wenig“ Respekt genießen. Außerdem wollten die Meinungsforscher von den Befragten wissen, ob diese den Berufsgruppen früher mehr oder weniger Anerkennung entgegengebracht haben.

    Den wenigsten Respekt genießen die Politiker. Laut Studie haben vor ihnen nur sieben Prozent der Deutschen sehr viel und weitere 18 Prozent viel Respekt. Knapp gefolgt von Journalisten, die mit sieben und 25 Prozent kaum besser abschneiden. Auch Gewerkschafter (zehn Prozent sehr und 23 Prozent viel Respekt) , Lehrer (14, 23), Pfarrer (elf, 27), Soldaten (14, 26) und Polizisten (16, 29) liegen unter 50 Prozent, zählt man die Werte für „viel“ und „sehr viel“ Respekt zusammen. Und sogar die Rettungskräfte (29, 28) liegen nur bei 57 Prozent. Ganz oben auf dieser Rangliste stehen Hausärzte (26, 49), Professoren (24, 48) und Richter (28, 40).

    Respekt nach Parteipräferenz

    Die Forscher haben dafür aber die Respekt-Einschätzungen auch nach Parteipräferenz erhoben. Dazu schreibt die KAS:

    „Im Großen und Ganzen folgt der vermutete gesellschaftliche Respekt von Berufsgruppen dem Muster, dass Berufsgruppen, denen Parteien näher stehen, von den Anhängern positiv bewertet werden. Dies zeigt sich klassisch bei der Berufsgruppe der Unternehmer. 93 Prozent der FDP-Anhänger, aber nur 40 Prozent der SPD-Anhänger vermuten, dass dieser Berufsgruppe gesellschaftlicher Respekt gezollt wird.“

    Auch bei Anhängern der AfD ließe sich dieser Effekt beobachten:

    „Während 69 Prozent aller Befragten der Ansicht sind, Richtern würde gesellschaftlicher Respekt entgegengebracht, glauben dies nur 32 Prozent der AfD-Anhänger. Bei Journalisten (13, sieben) und Politikern (jeweils drei) glauben die Anhänger der AfD unterdurchschnittlich häufig daran, dass diese Berufsgruppen Respekt genießen.“

    Politiker sind im Osten unbeliebter als im Westen, werden von Frauen mehr geschätzt als von Männern und schneiden bei Bürgern mit Präferenz für die AfD mit großem Abstand am schlechtesten ab.

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