03:40 06 Dezember 2020
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    Das seit Juli 2017 in Deutschland geltende Gesetz für mehr Transparenz bei der Höhe von Gehältern (von Männern und Frauen) wird nach Einschätzung von Wirtschaftsforschern kaum genutzt.

    Wie die „Rheinische Post“ unter Berufung auf eine noch unveröffentlichte Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) schreibt, haben bisher nur vier Prozent der weiblichen Beschäftigten in größeren Unternehmen Auskunft darüber verlangt, was männliche Kollegen in vergleichbarer Position verdienten. Einen nachweisbaren Effekt auf ihr Gehalt habe das nicht gehabt. Die IW-Forscher bezeichnen das Entgelttransparenzgesetz deshalb als bürokratischen Akt ohne Mehrwert.

    Fliege in den Farben der LGBT-Gemeinschaft (Archiv)
    © AFP 2020 / Axel Heimken / dpa
    Das Gesetz sollte sicherstellen, dass Frauen und Männer gleichen Lohn für gleiche oder gleichwertige Arbeit fordern können. Es gilt für Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten. Laut dem Statistischen Bundesamt verdienen Frauen in Deutschland rund ein Fünftel weniger als Männer.

    Wie das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend in einem „Leitfaden für Arbeitgeber sowie für Betriebs- und Personalräte“ erläutert, will das Gesetz „die Transparenz von Entgeltstrukturen verbessern und so das Gebot des gleichen Entgelts für Frauen und Männer bei gleicher und gleichwertiger Arbeit in der Praxis sicherstellen. Hilfreich ist das besonders für Arbeitgeber: Sie sind bereits seit mehr als 60 Jahren rechtlich verpflichtet, den Beschäftigten ein benachteiligungsfreies Entgelt zu zahlen; eine unmittelbar wegen des Geschlechts unterscheidende Entgeltregelung oder eine mittelbar nur ein Geschlecht benachteiligende Entgeltregelung sind verboten.“

    ls/sb

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    Rheinische Post, Deutschland