21:18 21 Januar 2020
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    Massive Streiks gegen die geplante Rentenreform von Emmanuel Macron haben am Donnerstag Frankeich erschüttert. Hunderttausende Menschen gingen zum Generalstreik auf die Straße. Der öffentliche Verkehr ist fast komplett lahmgelegt.

    In Paris fuhren am Donnerstag fast keine Metros, die meisten Linien wurden nicht bedient, Bahnhöfe waren geschlossen.

    Zahlreiche Demonstranten versammelten sich in der französischen Hauptstadt zu einer großen Protestaktion. Vor allem am Place de la République (Stadtzentrum) kam es am Nachmittag zu Krawallen. Maskierte mischten sich unter die Demonstranten, Autos wurden in Brand gesetzt und Scheiben eingeschlagen.

    Die Polizei setzte als Reaktion Tränengas ein. Dutzende Teilnehmer wurden festgenommen. Allein in Paris waren am Donnerstag rund  6000 Sicherheitsbeamte im Einsatz. Auch in anderen Städten Frankreichs, wie etwa in Nantes, Lyon oder Marseille, versammelten sich die Menschen.

    „Historische Mobilisierung”

    Das Innenministerium ging am Abend laut dem Radionachrichtensender Franceinfo und anderen Medien von landesweit 806.000 Teilnehmern aus. Bei der Gewerkschaft CGT war hingegen von mehr als 1,5 Millionen Demonstranten die Rede. Bezeichnet wurde dies als eine „historische Mobilisierung”. Nach Protesten der Gelbwestenbewegung verspricht die geplante Rentenreform erneut eine massive Herausforderung für Staatschef Emmanuel Macron zu werden.

    Sehenswürdigkeiten wie der Eiffelturm blieben am Donnerstag  zu. Bei der Staatsbahn SNCF legten mehr als die Hälfte der Beschäftigten ihre Arbeit nieder. Etliche Lehrer traten ebenfalls in den Ausstand. Betroffen von den Protesten waren auch Reisende in Deutschland.

    Viele Gewerkschaften hatten im Konflikt um die Rentenreform zu den branchenübergreifenden Streiks aufgerufen. Zur Arbeitsniederlegung kam es auch in Teilen des öffentlichen Dienstes, in Kliniken und Justizstellen.

    Streik soll weitergehen

    Der Streik soll in den nächsten Tagen fortgesetzt werden. Die Pariser Verkehrsbetriebe RATP planen nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP, ihren Ausstand bis mindestens Montag zu verlängern. Auch die SNCF sprach von Störungen im Bahnverkehr am Freitag im ganzen Land. Die französische Zivilluftfahrtbehörde bat die Fluggesellschaften um die Reduzierung ihres Flugaufkommens am Freitag um 20 Prozent.

    jeg/mt/dpa

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