21:01 21 Januar 2020
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    Fall Khangoshvili: Der Georgier-Mord in Berlin und seine diplomatischen Auswirkungen (11)
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    Der europapolitische Sprecher der Linken-Fraktion im Bundestag, Andrej Hunko, hat gegenüber der Agentur Ria Novosti den Mordfall in Berlin Moabit und die jüngsten Aussagen des russischen Präsidenten Wladimir Putin dazu kommentiert.

    Der Linken-Politiker betonte, dass Putin nicht gesagt habe, dass es sich bei dem Tod des Georgiers im Berliner Tiergarten um einen „Auftragsmord“ handle oder dass „die russischen Behörden dahinterstecken“.

    „Und er hat vor allem auch Hilfe angeboten zur Aufklärung, und das muss man auch zur Kenntnis nehmen“, so Hunko.

    Dass die ganze Situation von der Ausweisung der Diplomaten „überlagert“ sei, findet der Politiker „natürlich sehr misslich“. Er forderte eine Aufklärung des Zwischenfalls und wies auf bestimmte „offene Fragen“ hin.

    „Aber es stellen sich natürlich auch einige Fragen. Also, Putin hat ja auch gesagt, dass es schon ein Auslieferungsgesuch gegeben hatte, was diese Person angeht, und warum das jetzt nicht umgesetzt wurde. Das sind halt offene Fragen, die geklärt werden müssen.“

    Die Beziehungen zu Moskau sollten auch in diesem Fall auf „Kooperation“ und „nicht auf diplomatischer Eskalation“ beruhen.

    Mord im Berliner Park

    Am 23. August war Zelimkhan Khangoshvili, ein 40 Jahre alter ethnischer Tschetschene mit georgischer Staatsangehörigkeit, in einem Park in Berlin erschossen worden. Die deutsche Bundesanwaltschaft nennt das Opfer „Tornike K.“ Der Täter – angeblich ein 49-jähriger Bürger Russlands – wurde noch am gleichen Tag gefasst und hüllt sich seitdem in Schweigen.

    Wegen des Verdachts, dass staatliche Stellen in Russland oder der Teilrepublik Tschetschenien den Mord in Auftrag gegeben hätten, übernahm die Bundesanwaltschaft den Fall. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel legte Russland zur Last, nicht bei der Aufklärung des Mordes zu helfen.

    In Berlin getöteter Georgier organisierte Terroranschläge in Moskauer U-Bahn

    Wladimir Putin hatte in der Nacht auf Dienstag bei einer Pressekonferenz nach dem Normandie-Treffen in Paris den im Berliner Tiergarten ermordeten Georgier als Kämpfer und Organisator von Explosionen in der Moskauer U-Bahn bezeichnet. Allein bei einem der Terrorangriffe, den der Getötete mitorganisiert habe, seien 98 Menschen ums Leben gekommen.

    Moskau habe an Berlin mehrmals Gesuche um die Auslieferung des Organisators der Terrorakte in der U-Bahn gerichtet. Die deutsche Seite sei der Bitte Russlands jedoch nicht nachgekommen. Russland werde den deutschen Kollegen trotzdem bei der Aufklärung des Falls helfen.

    Russlands Antwortmaßnahmen

    Putin bezeichnete die Ausweisung russischer Diplomaten aus Deutschland auf der Grundlage von nur vorläufigen Erkenntnissen als inkorrekt und verkündete Gegenmaßnahmen. Deutsche Diplomaten würden aus Russland ausgewiesen. Der Präsident glaube jedoch nicht, dass der Fall die russisch-deutschen Beziehungen in eine Krise stürzen werde.

    mo/sb/sna

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