21:21 24 November 2020
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    Frankreich hat zum ersten Mal seit 2012 Deutschland als Spitzenreiter in Bezug auf die Zahl der Asylanträge in Europa abgelöst, teilt „Die Welt“ am Mittwoch unter Berufung auf die EU-Asylagentur Easo mit.

    Laut Easo hat Frankreich zum Stichtag 24. November 124.383 Erstanträge registriert – mehr als je zuvor. In Deutschland gingen im selben Zeitraum 122.389 Anträge ein.

    „Es gibt keine EU-Migrationskrise, sondern bisher eine griechische, italienische und deutsche. Frankreich bekommt erst jetzt seine Migrationskrise“, sagte ein Kommissionsbeamter in einem Gespräch mit der „Welt“.

    Bereits seit September liege Frankreich in den meisten Wochen über dem deutschen Antragsniveau. Falls sich der Aufwärtstrend fortsetzte, werde die Bundesrepublik in diesem Jahr zum ersten Mal seit 2011 nicht mehr europäisches Hauptziel von Asylbewerbern sein.

    Das Bundesinnenministerium sowie die EU-Kommission wollten sich nicht zu der Situation äußern. Sicherheitskreise erklären diese Umkehrung der Zahlen dadurch, dass Deutschland verschiedene Gesetze für Asylbewerber und Flüchtlinge verschärft habe. Um die Anzahl der Asylanträge wieder zu senken, will die französische Regierung jetzt ebenfalls eine striktere Migrationspolitik untermauern. 

    Hauptherkunftsstaaten in Frankreich sind laut Easo in diesem Jahr Afghanistan (8 Prozent aller Antragssteller), Albanien (7), Georgien (6), Guinea (5) und Bangladesch (4). In Deutschland sind es demnach Syrer (19), Iraker (9), Türken (8), Nigerianer (7) und Iraner (7).

    aa/sb

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    Tags:
    Asylbewerber, Frankreich, Migrationspolitik, Deutschland, Asylanträge